Langsam am Verzweifeln... Hund mit Angststörung

Begonnen von Chiquita28, 27.06.2018 - 09:13

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Chiquita28

Ich bin jetzt langsam aber sicher am Ende mit den Nerven wegen Kitos Ängste und Panikattacken. Vor kurzem sind wir in die neue Wohnung übersiedelt und anfangs hat er sich hier auch recht wohl gefühlt. Seit einigen Tagen hat er aber wieder damit begonnen, sich drinnen vor Gewitter, Geräuschen, Geistern,... zu fürchten und kommt nicht mehr wirklich zur Ruhe. Gestern Abend z.B. wars besonders schlimm. Er rennt dann die ganze Zeit winselnd auf und ab, versucht auf die Garderobenbank zu klettern, springt in die Badewanne und wieder raus, geht von einem Zimmer ins andere und zerkratzt uns die Türen. Ich muss dazusagen, Kitos Platz in der Wohnung ist der große Vorraum und das Badezimmer, zum Wohnzimmer gibts ein Türschutzgitter wegen den Katzen. Bevor aber jemand Mitleid hat mit dem armen Hund der mit seinen Ängsten alleine sein muss, Erfahrungen haben gezeigt dass es nichts daran ändert, ob ich in seiner Nähe bin oder nicht. Er fürchtet sich mit meiner Anwesenheit genauso und orientiert sich dabei kein bisschen an mir (als Beispiel: in der Wohnung meines Freundes durfte er immer bei uns sein bis er mal während einer Panikattacke das Badezimmer aufgesucht hatte und sich zwischen Klo und Waschmaschine gelegt oder besser gesagt eingeklemmt hat, mit dem Kopf zur Wand. Am besten wars dann wirklich wenn er sich mal wieder fürchtete, dass wir die Tür zum Wohnzimmer zugemacht haben, weil er sonst eh nur hin- und hergewandert wäre. Im Badezimmer kam er am schnellsten zur Ruhe und fühlte sich sicher).

Was noch dazukommt ist, dass mir Kito jetzt oft gar nicht mehr spazieren gehen will. Es könnte ja jederzeit ein Gewitter kommen. Ich frag mich bei den Spaziergängen oft, warum ich mir das antu und überhaupt mit ihm rausgeh. Ich hätte daheim oft besseres zu tun. Einzig wenn er dann eine Fährte aufnimmt oder in der Ferne einen Hasen oder ein Reh weglaufen sieht, da ist er dann schnell auf 180 und vergisst seine Angst. Ich hab das Gefühl dieser Hund funktioniert nur anhand zwei Prinzipien: Panik/Angst und Jagtrieb/Adrenalin. Ansonsten zeigt er nicht wirklich viele Emotionen. Ab und zu (wird leider immer seltener) hat er kurze Momente, wo er sich fröhlich am Rücken wälzt und zum Spielen aufgelegt ist. Streicheleinheiten haben ihn noch nie wirklich interessiert, er lässt es halt über sich ergehen. Was interessant ist, bei fremden Menschen steht er auch ne halbe Stunde dabei und lässt sich kraulen.

Ich möchte nicht dass mich jemand mit diesem Posting falsch versteht. Kito ist ein genügsamer, braver Hund, wenn es die Umweltbedingen zulassen, dass er "normal" sein kann. Nur geht es meiner Meinung nach immer mehr in die andere Richtung und ich habe mich allen Ernstes bereits gefragt, ob es ihm bei mir überhaupt besser geht als im Tierheim. In seinem Zwinger hatte er ausreichend Futter und einen sicheren Platz. Laut Georgia hat er sich damals schon vor Gewitter gefürchtet, aber da musste er wenigstens nicht raus wenn das Wetter mal nicht so toll war... Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen gegenüber den anderen Hunden, die das Leben hier draußen viel mehr genießen könnten als er. Ich hatte auch gehofft, dass Kito aufgrund seines doch schon fortgeschrittenen Alters langsam ruhiger werden würde, weil er ja immer weniger gut hört und sieht. Bis jetzt merk ich davon aber noch nix. Übrigens ist Kito grundsätzlich kein ängstlicher, sondern ein eher unerschrockener Hund. Es gibt Dinge, vor denen sich bisher alle meine Hunde gefürchtet haben. Kito nicht. Vorm Staubsauger rennt er nicht weg sondern geht mir hinterher. Er stieg von Anfang an problemlos in den Lift, rennt über Gitter und Brücken, egal wie schmal und wackelig sie sind. Kito ist auch der erste Hund den ich kenne, der Hindernissen trotz Möglichkeit nicht ausweicht sondern hindurchrennt oder drübersteigt. Er reagiert auch nicht aufs Schimpfen und weicht mir nicht aus, wenn ich auf ihn zugehe. Damit tu ich mir auch ziemlich schwer, weil ich mir oft wie Luft vorkomme.

Gesundheitlich ist er übrigens komplett fit. Seine Blutwerte passen und ein Röntgen hat letztens ergeben, dass seine Gelenke und Knochen in bester Ordnung sind. War nur letztens beim Tierarzt weil er schon wieder Hefepilze in den Ohren hatte und eine Pfote entzunden war. Eine Schmerzmitteltherapie hat gezeigt, dass sich sein Verhalten dadurch nicht ändert.

Eigentlich wollte ich mir das alles mal von der Seele schreiben. Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und mir tut es in der Seele weh, einen leidenden Hund daheim zu haben, der sich nicht helfen lässt. Vielleicht gibt es ja irgendwas, mit dem jemand von euch gute Erfahrungen gemacht hat in so einer Situation. Letztens ist mir bei einem Vortrag Hanföl untergekommen, das ja bei allem Möglichem helfen und ein wahres Zaubermittel sein soll (dementsprechend teuer natürlich...). Außerdem habe ich vor, bei meinem nächsten Heimatbesuch im Burgenland den Hundetrainer Hasenöhrl aufzusuchen. Ich weiß, dass er auch schon mit Angsthunden gearbeitet hat und diese danach eine deutliche Besserung des Verhaltens gezeigt haben. Vielleicht sollte ich auch noch eine Hundebox testen, das könnte zumindest die Situation in der Wohnung verbessern. Mehr fällt mir jetzt eh grad nicht ein. Danke fürs Lesen :)
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt. (Gandhi)

Karo

Box als Höhle nur positive Erfahrungen. Zylkene ein Hund ja, ein Hund nein. Alles Gute!

Tamara-Louisa

Hallo ihr Lieben!

Danke fürs Teilhaben lassen an eurem Leben - eurer Situation. Ich kann mir ein bisschen vorstellen, dass du schon verzweifelst, weil man einfach nur hilflos daneben steht. Ich habe jetzt gerade zum Ersten Mal einen Hund, der Angst vor Gewittern, Schüssen, Feuerwerk hat - eh unglaublich, aber bist jetzt haben das alle Pflegis absolut gelassen genommen. Also absolutes Neuland und ich tu mir echt schwer, weil ich begonnen habe selbst zusammen zu zucken, wenn irgendwas vor sich geht, vor dem Lea Angst hat - und dann in Panik verfällt. Ist natürlich ausgesprochen förderlich, weil jetzt bekommt sie schon Panik, weil sie meine Stimmung merkt...  :not: jedenfalls sehe ich es jetzt als Herausforderung - und thatha es trägt erste Früchte... gestern hab ich sie beim ersten Donnern eingeladen, dass wir rein gehen und sie ist  gleich mitgekommen und ist nicht in den Busch gelaufen...

Was ich sagen will: Lea spürt ALLES was in einem vorgeht - und viele Emotionen machen sie schnell nervös. Sie ist ein richtiges Stimmungsparometer und die meiste Zeit des Tages schläft sie seelenruhig - da bilden wir uns schon was drauf ein, denn auch ausm Tiefschlaf spürt sie sofort, wenn etwas in einem prodelt  :not speak:

Vll ist Kito auch einer von der Sorte? - und vll hat er einfach schon so zugemacht, weil er so lange im Tierheim war? Sicher bin ich mir jedenfalls, dass er deine Überlegungen spürt - ob nicht ein anderer Hund mehr davon gehabt hätte. Das soll absolut kein Vorwurf sein - im Gegenteil - ich kann es äußerst gut verstehen und ich sag "danke" für deine Ehrlichkeit, aber auch wenn er oft so tut, als wärst du Luft: du bist für ihn wichtig - er will nur wahrscheinlich auch etwas von dir - Anerkennung und Respekt. Auch das kenne ich nur zu gut: Unser Liam boah, der hat uns eine Zeit lang in den Wahnsinn getrieben... bis wir auf nem Seminar waren und die Trainier meinte "Nehmt ihr euren Hund eig. ernst?" wir so "jaja natürlich"... später sollten wir erfahren, dass sich Liam die meiste Zeit einfach nur ver*****t vorkam. Für jedes "super" "fein" haben wir abfällige Blicke geerntet. Liam will nicht gelobt werden, er will bewundert werden.  :alas: seit wir unsere Sicht auf ihn geändert haben - hat sich alles um 180 Grad gedreht. Wir bewundern ihn wirklich - er ist ein unglaublich sozialer, gescheiter und kooperativer Bursche geworden. Und sein stolzer Blick bei einem ernst gemeinten "woooooooow - Liam ich bin wirklich beeidruckt, wie du das schaffst" oder ähnliches ist einfach unbezahlbar.

Letztens hat er es im Garten geschaffft beide Mädls neben sich abzusetzen und hat sich daneben gelegt, das Foto ist leider schirch, weil ich von weit weg fotografiert habe - weil ich seine Konzentration nicht stören wollte - ist ja mental nicht einfach zwei so Zicken zu halten  :laugh:. Ich stell das Foto mal dazu, damit du weißt was ich meine.



Die Grundaussage von meinem Roman: Nimm Kito ernst - versuche seine Ängste zu verstehen, dich reinzufühlen - kein Mitleid! - einfach mitfühlen, Verständnis... weniger streicheln (Liam hasst streicheln - vor allem am Kopf - eine Kraulmassage nimmt er aber gerne an), ev. kurz versuchen zu Rahmen (leicht die Hände um ihn legen - nicht festhalten). Wie gesagt - bei Liam war das der Schlüssel, dass er "aufgemacht" hat... er ist jetzt wirklich ein ganz ganz ganz besonderer Bursche... und ich denke Kito ist das auch - er muss vielleicht einfach nur spüren, dass er gar nicht sein eigenes Ding machen muss...

Ich wünsche euch jedenfalls viel Erfolg und alles Liebe weiterhin - hat sicher einen Grund gehabt, wieso gerade Kito bei dir gelandet ist  :8:
Liebe Grüße,
Tamara

Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen.
Oliver Jobes

Karo

#3
Ich bin mit einer Gewitterhündin gut gefahren, indem ich mich schweigend zu ihr gesetzt habe. Gibt es denn Dinge, die ihr gemeinsam schaffen könnt, wo du ihm etwas zutrauen kannst und dich gleichzeitig als ernst zu nehmende, menschliche Gesellschaft er/beweist?


andyundsabine

Da es uns mit Alessa ähnlich ergeht bin ich gespannt ob wer Tipps zu Kito geben kann die hilfreich auch für uns sind.Bei Alessa reicht es beim spaziergang  wenn ein stärker Wind durch die Bäume geht das sie in einen Ausnahmezustand kommt und tags darauf panisch reagiert wenn sie das BG sieht.

Alles gute Jenny, ich wünsche euch das man euch helfen kann .

jessy2014

Also Box ist bei Jester sehr hilfreich - er entwickelt immer mehr Zeiten da will er in Ruhe gelassen werden.
Da geht er in seine Höhle und kommt zur Ruhe. Allerdings darf die Höhle nicht zu gross sein da er seine "Ecke" braucht zum Anlehnen.

Gewitter und Feuerwerk werden da gut überstanden.

Bzgl. Hanföl habe ich leider keine Erfahrung da ich die CBD Tropfen brauche bei der Jessy.

Hoffe du findest mit Kito einen für beide positiven Weg für die Zukunft

Liebe Grüße Karin
Karin   Jerry      Immer in Erinnerung  Henry -  Jacky - Jester -  Jessy

Kathrin_Wien

Hallo!

Akido hat auch sehr viel Angst vor Gewittern (Schüsse und Feuerwerke sowieso, da bekommt er richtig Panik), beim ersten Donnern ist unterm Couchtisch und zittert wie Espenlaub. Ihm hilft es meiner Erfahrung nach am besten wenn er sich ein bisschen verstecken darf und ich nicht drauf eingehe. Also kein Mitleid, keine Reaktion, ich bleib einfach ruhig, schließe alle Fenster und ziehe den Vorhang zu damit er die Blitze nicht sieht.
Akido mag dann auch nicht gern rausgehen, deswegen belass ich es bei Gewitter bei ganz kurzen Runden (er ist aber auch schlau genug seine Geschäfte dann direkt zu erledigen). Statt langen Runden draußen mache ich also drinnen Leckerlisuchspiele, lege eine Leckerlispur oder dergleichen - das lenkt ihn dann auch ab und holt ihn meistens gut aus seiner Angst heraus.
Gestern hat uns ein Gewitter überrascht, da war ich mit einer Freundin und ihrer Hündin unterwegs - wir haben uns so vertieft unterhalten und die Hunde an den Leinen ignoriert, Akido ist da erstaunlich ruhig geblieben (schon mehr Richtung Auto gezogen, aber nicht so kopflos wie sonst).

Was ich mit Akido gern mal probieren würde wäre CDs mit Donner abzuspielen, einfach so regelmäßig und ohne Aufregung, einfach als wäre es das normalste der Welt... allerdings machen ihm Schüsse im TV zb auch nichts aus, also hilft das vl auch nicht weiter.

Fazit von meinem langatmigen Geschwafel: Je weniger ich drauf eingehe, desto weniger Angst zeigt mein Hund - ist aber vermutlich wieder bei jedem anders  :106:

Teufel9999

Ich gebe meinen Hunden seit 1 Woche diese Hanftropfen. Bei Lea ist mir aufgefallen, dass sie wesentlich entspannter ist, sie ist immer sehr rastlos hin und her gelaufen.

Dexter ist gelassener - wenn auch nicht einfach.

Pumuckl - er scheint munterer zu sein, weil es ja auch schmerzlindernd wirkt.

Mutti - seit der Hanfölgabe lassen sie ihre Beine in Ruhe, es wirkt anscheinend auf die Muskulatur entspannend.

Zylkene gebe ich übrigens auch. Es macht auch Dexter etwas gelassener, obwohl ich das Gefühl habe das Hanföl wirkt besser und schneller. Es ist halt sehr teuer, dafür brauche ich für Lea (24 kg) 2 Tropfen, Dexter (16 kg) 2 Tropfen, Pumuckl (10kg) 1 Tropfen, Mutti 7 Tropfen. Pro 10 kg also 1 Tropfen.

lg
Tatjana
Magie: ist der Moment in dem ein Tier erkennt, dass seine Schmerzen vorbei sind und dir sein unbegrenztes Vertrauen und seine unbegrenzte Liebe zukommen lässt. This is magic!!!!

Mitzi

Das tut mir leid jenny.

Unbedingt den Gedanken entfernen das er es im Tierheim besser hat. Nimm ihn wie er ist. Und wie tamata schon sagt: er spürt alles was du denkst, fühlst und ich persönlich bin immer mehr der meinung das es hier anzusetzen ist. Das ist nicht ganz leicht. Oft ist das so in meinem verankert. Gewitter: ach herrje jetzt geht das wieder los, was wird kiro machen etc. Alleine schon deine Gedanken. Er spürt es.

Luna ist seit kurzem auf ihren fixplatz und ich staune wie sie sich verhält. Luna spürt die ruhige Energie von ihr. Luna spürte ebenso meinen stress, das ich manchmal genervt war usw. Deswegen kam ich mit ihr nicht mehr weiter. Wie man das aus seinen gedanken und körperhaltung bekommt. Frag mi was leichteres
Das ist enorm schwer find ich.

micky

#10
Hi Jenny!

Ich finde es auch positiv, daß Du geschrieben hast, was du empfindest!   :113:
Ich habe Deine Tagebucheinträge und den heutigen Bericht durchgelesen, und natürlich ist es schwer, aus der Entfernung eine Einschätzung zu geben, zumal ich weder Dich noch Kito kenne. Aber ich probier's mal: Zum einen kann es natürlich sein, daß Kito ein sehr selbstständiger Hund ist. Er war jahrelang im Tierheim, mußte sich also immer auf sich selbst verlassen. Ev. hat er vorher bzw. speziell in der Prägephase nie vertrauensvolle Erfahrungen mit Menschen machen können. Dadurch fällt es ihm möglicherweise schwer, zu Dir bzw. generell zu Menschen ein tiefliegendes Vertrauen aufzubauen. Es können Kleinigkeiten im Alltag sein, die dies für ihn schwer machen. Das kann man jedoch nur bei persönlichem Kontakt und situationsabhängig genau beurteilen.
Der Wohnungswechsel könnte ebenfalls für die Verschlechterung seiner Angstzustände ausschlaggebend sein. Da wird es bestimmt eine Zeit dauern, bis er sich darauf eingestellt hat.
Bei Angst vor Gewittern, ... handeln Hunde unterbewußt. Manche suchen sich eine für sie sichere Ecke, andere suchen die Nähe des Menschen, wieder andere setzen Übersprungshandlungen (an Möbel kratzen, ...) um damit besser zurecht zu kommen.
Versuche herauszufinden, was ihm wirklich Spaß macht (außer Katzenjagen  :be happy: ). Etwas, das ihr gemeinsam macht. Dies könnte dann dein "Notfallknopf" sein, um ihn herauszuholen und mehr Bindung aufzubauen. Zum Beispiel: Schnüffel- und Suchspiele, Tricks beibringen, ...
Am wichtigsten in der Hund-Mensch-Beziehung ist meiner Meinung nach tiefliegendes Vertrauen. Wenn man das erarbeiten kann, hat man viel gewonnen!
Nur nicht aufgeben, Du findest bestimmt den richtigen Weg!  :kacsint2:
beni & fanni, smoky, pepsi, & fritzi, rocco & lilli-marleen
in meinem herzen: suki & momo, mimi

Kai

Ich habe mir damals das Buch ,, der ängstliche Hund" gekauft von Nicole Wilde. Mir hat es sehr geholfen die Umstände zu verstehen, warum meine Kleine so reagiert. Und das es noch schlimmere Fälle gibt .
Wir geben ihr Bachblüten Rescue remedy, damals hatten wir nur die mit Alkohol, nach 2 mal 5 Tropfen war das Gewitter nur noch halb so schlimm  :alas:
Wir haben auch dieses Thundershirt ausprobiert, mehr so im Alltag, es hat sie irgendwie schon beruhigt.
Zylkene hat bei uns nicht funktioniert, aber dieser Stecker für die Steckdose mit den Pheromomen oder so.
Was wir letztes Jahr an Silvester festgestellt haben und dieses Jahr gleich wiederholt haben: ein Actionfilm mit viel Geknalle im Fernsehen anschauen. Handlung egal, Hauptsache viel Bumm und Krach. Da hat sie dann der Krach von Draußen überhaupt nicht mehr interessiert, nachdem wir alle wie gebannt auf den Fernseher geschaut haben.
Vielleicht auch das Konstitutionsmittel bestimmen lassen ?
Liebe Grüße

Tipsy

Ich schreib mal spontan auf, was mir einfällt, was Du ausprobieren kannst.

Raum einengen z.B. kleiner Raum oder Box
Nahrungsergänzungsmittel (CBD-Öl, L-Theanin, Zylkene, L-Tryptophan)
Adaptil (Halsband, Stecker für die Steckdose)
Thundershirt
Relaxodog

Ich weiss von mir in der Hundeschule, dass nicht jedem Hund alles hilft, aber doch einiges vielen Hunden. Am Wichtigsten ist auch Deine Einstellung, nämlich nicht der Gedanke "Oh Gott, jetzt benimmt er sich gleich wieder so und so".
Wir haben einen Rüden bei uns in der Hundeschule, der auch Panik bei jeglicher Art von Knall und Gewitter schiebt - wobei wir mittlerweile glauben, dass Frauchen eigentlich schon früher Panik nämlich vor der Panik schiebt. Sie fährt normalerweise beim ersten Donner in etwa 100 km Entfernung heim. Letztens hat mein junger Trainerkollege gemeint - nein, sie fährt jetzt nicht heim, es wird weiter trainiert. Und siehe da - obwohl der Hund zuerst nur Richtung Ausgang/Auto gezogen hat, hat er nach etwa 15 Minuten sich soweit beruhigt, dass er arbeiten konnte und sogar wieder Futter genommen hat.

Ich hatte bisher absolut souveräne Hunde, die vor keinem Geräusch Angst hatten bzw. wo diese Angst rasch nach der Übernahme weg war.
Selbst mein Zwerg war eigentlich sehr gelassen und unerschrocken, bis wir ein dämliches Erlebnis mit einem Heissluftballon hatten, als er 5,5 Monate alt war.
Seitdem ist er etwas geräuscheempfindlich.
Er hat seitdem (ist jetzt 9 Monate) ein Adaptilhalsband drauf und ich versuche bewusst diverse laute und komische Geräusche immer wieder abzuspielen und mit Superleckerchen zu verknüpfen.

Letztes Wochenende bin ich mit einem Trainerkollegen noch sehr lange zusammengesessen und es gab plötzlich ein Feuerwerk. Mein Bub hat sofort wieder panisch reagiert und wollte nur mehr flüchten. Seine Hündin ist auch eher empfindlich und er hatte zum Testen dieses Relaxodog-Gerät mit.
Mein Bub hat sich nach 2 Minuten hingelegt und geschlafen, seine Hündin hat zumindest zum Rumwandern aufgehört und sich hingelegt, wenngleich sie auch nicht geschlafen hat. Ich denke ich werde mir das Teil bestellen.

Mit CBD-Öl hab ich bisher nur wegen Schmerzen gut Erfahrung (bei Hund und Mensch).
Mit L-Theanin und L-Tryptophan (Aminosäuren) hatte ich bei Cooper tolle Erfolge bezüglich seiner Menschenpanik.

Ich glaub ein großes Problem für uns Menschen ist auch, weil wir uns so hilflos fühlen - wir wollen helfen, die Hunde lassen es aber in ihrer Panik nicht wirklich zu.
Gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir den Mut die Dinge zu ändern, die ich nicht akzeptieren kann. Und gib mir die Weisheit zwischen beiden unterscheiden zu können!!!

Kathrin_Wien

Zitat von: Tipsy in 28.06.2018 - 08:24
ich versuche bewusst diverse laute und komische Geräusche immer wieder abzuspielen und mit Superleckerchen zu verknüpfen.

Ich denke auch eine positive Verknüpfung ist der Schlüssel für Langzeit-Ergebnisse, weil gerade diese Beruhigungsdinge hat man ja auch nicht immer und überall dabei, ich wurde schon des Öfteren von einem Feuerwerk überrascht (oder einem Gewitter  :112:). Akido hatte am Anfang panische Angst vor großen Rüden (keine Ahnung was ihm da passiert ist), gab dann immer supertolle Leckerlis wenn er einen gesehen und mich dann angeschaut hat statt panisch wegzuziehen oder in der Panik bellend nach vorn zu gehen - hat gedauert, aber geklappt.  :113:

Jendara

#14
Tasso fürchtet sich auch wahnsinnig bei Gewittern oder Feuerwerk. Letztens wurden wir am Agilityplatz von Donner überrascht. Ich stand gerade mit Tasso am Start und wollte loslegen, als das Geräusch kam. Ein kurzer Blick von mir nach oben, dann zu meinem Hund + der Gedanke "...Na toll, was für ein Timing" haben ausgereicht. Tasso wurde total nervös, könnte sich überhaupt nicht mehr konzentrieren und wir haben den ganzen Lauf komplett versaut.

Mein Trainer meinte daraufhin nur: Selbst Schuld.
Hätte ich nicht reagiert, wäre es für meinen Hund bedeutend einfacher gewesen, bei der Sache zu bleiben.
Und er hatte Recht. Ich hab ihm in der Sekunde als ich ihn anblickte deutlich angesehen, dass er ganz genau mitkriegt, was i h gerade denke, nämlich Scheiße Gewitter. Und das hat ausgereicht.

Ich hab die nächste Zeit probiert, mich i. Solchen Situationen extrem zusammen zu reißen und mich selbst um zu konditionieren. Und ich finde, inzwischen mit einigem Erfolg. Ich hab den automatischen Blick zum Himmel abgestellt. Und versuch Tasso stattdessen fröhlich anzulächeln und ihn augenblicklich fur ne Minute mit irgendwas anderem abzulenken, zum Beispiel fliegt, sofern griffbereit, sofort ein Dummy oder ich mach selbst kurz den Kasperl. Nur ganz kurz und dann mach ich einfach wieder ganz normal mit dem weiter, was ich gerade getan hab.

Klappt soweit ganz gut. Gestern war ich zB in Garten, als plötzlich ein riesen Donner anrollte. Erster Gedanke meines Hundes, ins Haus laufen. hab ihn auf halbem Weg gerufen und ihn bewusst ein bissl ausgelacht, hab mit gleichzeitig eine am Boden liegende Marille geschnappt und angefangen, damit zu spielen. Meine Reaktion hat ihn sichtlich verwirrt ^^. Hielt ihn aber immerhin davon ab, wegzulaufen und hat ihn schließlich sogar ein bissl motiviert mitzumachen. Nach zwei Minuten hab ich ihn dann entlassen, damit er sich zurückziehen konnte.aberich glaube, dass der Knackpunkt bei sowas ist, dass man den Erstimpuls des Hundes verändert. Danach kann sich nach und nach seine Gesamteinstellung dazu verändern.

Ich hoffe, du kannst aus meinem Beispiel was für dich mitnehmen. Ängste sind sicherlich ein schwieriges, langwieriges Thema. Umso schöner ist es, wenn sich noch so kleine Erfolge einstellen.

York

jeder Hund ist anders und hat seine mehr oder weniger schlimmen Erfahrungen oder eben ganz einfach nur Angst ... wie zB. beim Gewitter und ich kann auch aus jahrelanger Hundeerfahrung sagen, dass man wirklich recht viel auf das Tier rüber"projeziert" ... ohje Gewitter!!! armer Wauzi ... oder ohje Silvester ... wieder armer Hund ... Binas Vorgängerin , die sicher keine schlechte Kindheit hatte war zu Silvester so in Panik dass sie sich angekackt hat und je älter umso ärger wurde es ... deren Vorgänger wieder hatte auch Panik vor Schiessereien, als er aber alt und stocktaub wurde hat er Silvester verschlafen... Gewitter allerdings nicht weil er das "gespürt" hat ...
Dein Armer hat aber anscheinend vor vielem mehr Angst als vor Knallerei, es gibt ja bei uns nicht täglich Gewitter oder Schießereien ...
ich habe sehr gute Erfahrungen und auch eigentlich viele meiner Bekannten mit einer wirklich seriösen Tierkommunikatorin .. die ja auch dem Tier etwas vermitteln kann ... ob er es dann annimmt, ist eine andere Sache ... aber es wäre ein Versuch ..Du kannst sie unter office@sinneerleben.at. Homepage, www.echtverkehrt.at ...im Internet finden .... Foto von vorne  und Name des Tieres genügt ihr ... vielleicht kann sie euch helfen ... sie nimmt, glaube ich 60,-- oder zumindest nicht viel mehr . Wünsch euch viel Geduld und Kraft.
liebe Grüße Hanni

dackelbein

Gewitter in der Wohnung auszusitzen ist mit Sicherheit weniger belastend, als in einer Hütte in Nitra zu sitzen.
Auch bei mir wohnt ein Gewitter-Angst-Hund. Wenn mein Willi mich plötzlich auf´s Klo begleitet und hinter der Klomuschel sitzt,  :not speak: dann weiß ich daß ein Gewitter im Anzug ist, auch wenn noch weit und breit keine Wolke zu sehen ist. Wenn nachts Willi plötzlich ins Bett springt - am besten auf mich drauf  :beee: - dann ist sichergestellt, daß ich das Gewitter nicht einfach gefühllos verschlafe.  :alas: Ich nehme die Ängste einfach als Tatsache, die nicht zu ändern ist, zur Kenntnis und bin mir sicher, daß es sich unter Dach hinter geschlossenen Türen für einen Hund allemal sicherer anfühlt als im Freien.
Bestimmt wird Kito ruhiger, wenn er den Umzug einmal verdaut hat und sich auch in der neuen Wohnung mehr zu Hause fühlt.
LG
Brigitte
Ein gut erzogener Hund wird nicht darauf bestehen, daß Du Deine Mahlzeit mit ihm teilst. Er sorgt lediglich dafür, daß Dein Gewissen so schlecht ist, daß sie Dir nicht mehr schmeckt.

Terryann

Zitat von: Chiquita28 in 27.06.2018 - 09:13
...Vielleicht sollte ich auch noch eine Hundebox testen, das könnte zumindest die Situation in der Wohnung verbessern. ....

Eine passende gemütliche Box im Vorzimmer - vielleicht mit Blick ins Wohnzimmer? - könnte ihm schon gefallen/gut tun;

hört man im Vorzimmer oft Geräusche von draussen? vlt. beunruhigt ihn das auch? ev. Filzvorhang vor die Tür, das dämmt ...

und sonst kann es keinesfalls schaden, wenn du TellingtonTouches/Angstshirt, Bachblüten (siehe Links in o. Beitrag) mal versuchst.

LG
Lieben Gruß von Barbara mit Bobby, Amigo und Nerly - in Gedanken bei uns: Terry, Annie, Masha, Chico, Mara, Sorbas

Henny

Da mein erster Schäfi zwar nicht wirklich ein Panik-Angsthund war, aber schon ordentlich Respekt vor Gewitter hatte, kann ich evtl. mit Erfahrungen helfen.

Wie Brigitte bereits geschildert hat, erkennen sie das nahende Gewitter bereits Stunden bevor überhaupt eine Wolke zu sehen ist - an der elektrischen Aufladung der Luft.
Im Sommer war die Heckklappe vom Auto den ganzen Tag offen - wenn sich der Hund ins Auto gelegt hat, konnte man sicher sein, daß in ein paar Stunden ein Gewitter kommt. Wenn es dann so weit war, habe ich das Auto zu gemacht und den Hund im Auto gelassen. Danach war er wieder ganz der Alte.
Seine Entspannung im Auto war dem "Faradayschen Käfig Auto" geschuldet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Faradayscher_K%C3%A4fig

Was auch der Grund ist, warum er sich im Bad zwischen Klomuschel und Waschmaschine versteckt - die Waschmaschine ist aus Metall und so ist er wenigstens von einer Seite abgeschirmt. Wenn es sich um ein altes Bad mit Wasserleitungsrohren aus Metall handelt (keine Kunststoffrohre), schirmen auch diese ab. Für mich also sonnenklar, daß ein "Gewitterhund" in einer Wohnung das Bad bevorzugt.
Wenn Du die Möglichkeit hast, versuche, ihn die kritische Zeit im Auto verbringen zu lassen. Kannst Dich ja am Anfang dazu setzen, nur mach' nicht den Fehler ihn zu bemitleiden - damit erreicht man bei Angsthunden das Gegenteil. Du bestärkst damit nur seine Ängste - nimm ein Buch mit, oder fahr mit ihm spazieren. Behandle ihn jedenfalls wie wenn nichts wäre.

Wenn du eine Box in der Wohnung versuchen möchtest, dann unbedingt eine Metallbox (Käfig) wie diese z.B.:
http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundetransportbox/transportkaefige/transportkaefig/3491
Eine Kunststoffbox wird wenig nutzen. Du kannst ihm ja dann noch eine Decke über den Käfig stülpen - die Box sollte aber auf jeden Fall aus Metall sein.

Generell ist es leider so, daß Ängste mit zunehmendem Alter nicht weniger sondern eher mehr werden. Da beim Gewitter nicht der Donner alleine ausschlaggebend ist, ändert sich das auch nicht wenn sie schon terrisch werden.

Noch ein kleiner Tipp: Versuche das Kapitel Efendi abzuschließen. Jeden GEDANKEN wie "das hätte Efendi anders gemacht" nimmt ein sensibler Hund wahr. Versuche nicht an Efendi zu denken, sondern konzentriere dich auf den jetzigen Hund. Es ist eine Tatsache, daß jedes Tier eine eigenständige Persönlichkeit ist und niemals mit einem anderen vergleichbar ist.

Vielleicht kannst uns weiter berichten - wünsche euch jedenfalls viel Glück!



Sabine Noskowiak

#19
Hallo Jenny,

ja, da hänge ich mich nun mit rein. Ich denke ein wenig in Hennys Richtung, habe mich aber bisher nicht getraut, das hier zu erwähnen. Ich glaube nämlich auch, dass ein Teil des problematischen Zusammenlebens mit Kito nicht wirklich Kito geschuldet ist, sondern der Tatsache, dass du eventuell mit Efendi noch nicht ganz abgeschlossen hast. Versteh mich bitte nicht verkehrt, du sollst auf keinen Fall Efendi vergessen. Alle die hier mitlesen, davon bin ich überzeugt, werden beim Auftauchen deines Namens automatisch an Efendi denken und ihn vermissen. Aber ich denke auch, dass kaum jemand als ersten Gedanken Kito im Kopf hat, wenn etwas Neues von dir kommt.

Ich frage mich schon eine lange Zeit, warum du von Kito nicht soviel berichtest?! Natürlich hast du ja auch andere Baustellen in deinem Leben (du hast davon berichtet) und man hat nicht immer die Zeit und die Lust was zu schreiben oder die Möglichkeit. Aber ich hatte eher den Eindruck, dass du mit Kito nicht im Reinen bist. Der ist irgendwie über in deinem Leben, passt da nicht so richtig rein - glaube ich. Mit Efendi hast du viel unternommen, warst mutig und taff. Bei Kito sieht das alles so schlaff aus, so ausgebremst, als hättest du bereits resigniert - als würdest du daran zweifeln, ob ihr wirklich zusammengehört. Bitte Jenny, bitte liebe Mitleser, versteht mich hier nicht verkehrt und einen eventuellen Shitstorm dann an meine PN, aber bitte Jenny überprüfe noch mal in aller Ruhe deine Einstellung zu Kito und ob du nicht aus deinem Fixplatz eine Pflegestelle machst und Kito somit die Möglichkeit auf ein anderes Zuhause einräumst. `Tschuldigung und viel Asche auf mein Haupt - aber du, dein Partner, deine Katzen und auch Kito haben einen Platz im Leben verdient wo es fluppt, ein Team steht - alle eins sind. Natürlich gibt es immer und überall (auch bei uns mit Bommel und Mimo) Unstimmigkeiten, kleine Probleme, kleine Ärgernisse - aber die Grundchemie stimmt und wir alle wissen das und lassen uns das auch merken. Wenn das bei euch nicht so ist, dann merkt Kito das auf jeden Fall auch und verhält sich dann entsprechend. Wahrscheinlich ist euer Problem nicht nur ein Gewitter - und Geräuschproblem und auch die Katzenhatz lässt sich vermutlich in den Griff bekommen. Aber was mich so stutzig macht, sind die Nuancen im Verhältnis Efendi / Jenny und Kito / Jenny. Den Ef. hättest du ungern zu einer anderen Person gegeben für einen Auftritt, einen Abend mit Freunden oder sonstigen Aktivitäten. Sein Raum in deinem Leben wurde immer größer, Freizeit, Urlaub, Bekannte, Aktivitäten und Wohnraum wurden mehr und mehr ausgeweitet. Der Ef. gehörte dazu. Kito dagegen scheint einfach eben nur da zu sein - und der Draht fehlt. Naja, du gehst mit ihm zur Show - aber dein Anliegen war scheinbar nicht etwas gemeinsam mit ihm zu machen, sondern eine Lanze zu brechen für Hunde aus dem Tierschutz. Und du sperrst ihn wegen der Katzen aus dem Wohnzimmer, da sitzt du doch und du wünscht dir Kontakt, machst den aber wegen des Katzenschutzes unmöglich. Ich denke, wenn du deinen Katzen Möglichkeiten schaffst sich auf hohe Stellen zu flüchten und die sich auch selber erwehren müssen, schaffst du ein anderes Klima. Das geht natürlich nur, wenn du dabei bist. Wenn keiner da ist, ist eine sichere Trennung auf jeden Fall angezeigt. Ein klein wenig lese ich aus deinem Thread, dass dir das Feeling verlorengegangen ist für Kito mehr tun zu wollen. Das liest sich so gequält, so - er ist halt da und jetzt muss ich da durch -. Sicher, eine kaputte Einrichtung ist ärgerlich, der Rest auch und alles zerrt an den Nerven. Aber eine Jenny von Efendi wäre das anders angegangen. Mit Esprit,  Ausprobieren, Ausdauer, Möglichkeiten finden und ganz viel Liebe und Verständnis.
Die Jenny von Kito ist vollkommen genervt, unentspannt, angefressen und tief in ihrem Innersten zweifelt sie daran, dass sie für Kito etwas Schönes machen kann und will. Alles was Kito macht ist von vorneherein schon zum Scheitern verurteilt. Die Jenny von Ef. hätte nie die Wohnzimmertüre geschlossen bei Angst des Hundes, weil er da sonst nur auf - und abläuft. Ja, Jenny, stört denn dann Kitos Angst beim Fernsehgucken - oder was!?Vielleicht täuscht dich dein Eindruck, Kito wäre auch nicht ruhiger, wenn du dabei bist. Nicht jeder Hund will gleich in die Arme geschlossen werden, manche wollen nur einfach direkte Nähe - kein Angrapschen. Wenn es bei uns gewittert, hat Bommel eine Heidenangst. Gerade dann ist er froh, wenn wir in seiner Nähe sind. Trost braucht er nicht und auch keine Ansprache. Auf keinen Fall will er dann betatscht werden. Aber er will auf jeden Fall nahe bei mir / uns liegen. Wenn er dann spürt, dass wir gelassen sind und Gewitter gibt es bei uns nicht in dem Moment, reicht ihm das um runter zu kommen. Aber es muss der selbe Raum sein. Bei uns gewittert es häufig nachts - ich schlafe dann im Wohnzimmer auf dem Sofa und beide Hunde liegen vor dem Sofa und geben sich damit zufrieden, dass man da liegt und sie beschützt. Im Schlafzimmer geht das nicht so gut, sie passen nicht beide auf einmal seitlich vors Bett. Wenn es mal unterwegs gewittert muss ich mit beiden Hunden an der Leine ausdrücklich meinen Rhythmus gehen. Bommel ist dann sehr unruhig, muss aber hinnehmen, dass ich das Sagen habe und ich lasse mich nicht auf eine übersteigerte Hast ein. Ich tröste auch dann nicht, sondern beharre auf dem, was ich will. Fluchtaktivitäten unterstütze ich nicht und ich mache auch gerne schon mal die eine oder andere Sitz - und Platzübung um Normalität anzudeuten. Jenny, bitte lasse Kito nicht allein mit seiner Angst hinter zugesperrten Türen. Körperlicher Trost ist wohl unnötig nach deinen Beschreibungen aber das Vermitteln von Schutz, Nähe und Geborgenheit ist sicher für Kito extrem wichtig. Die Angstrückzugsecke bei Gewitter sollte so liegen, dass Kito dich / euch sehen kann und bei euch liegen kann in unmittelbarer Nähe, wenn er da Wert drauf legt. Du verschliesst bei Kito aus irgendwelchen Gründen sämtliche Räume, die Jenny von Efendi hätte alle Räume geöffnet, damit sich ein Efendi bei Angst und / oder Gewitter den Ort suchen kann, der ihm am meisten Schutz verspricht und die Nähe aussuchen konnte, die er zu seiner Jenny haben wollte in diesem Moment.
Bitte überdenke dein Verhalten / dein Verhältnis zu Kito und welche Möglichkeiten du ihm einräumen willst und kannst, doch ein Team zu werden. Pflege - oder Fixplatz, aber Rückgabe ins Heim sollte keine Option sein. Ich denke als Fixplatz musst du Kito anders gegenüber auftreten und ich glaube aus meinem bisherigen Kontakt zu dir heraus, dass du tief in deinem Innersten auch weißt, dass ein Teil der fehlenden Chemie in dir verankert ist. Lass das Gehabte los, mach Platz für Kito - er ist definitiv anders als Efendi - und gib Kito die Chance auf ein vollwertiges, abgerundetes Leben, die du Efendi auch gegeben hast. Er kann Efendi nicht ersetzen, er ist Kito und er bleibt Kito. Ich fände es schön, wenn er das bei dir bleibt und wird - DEIN KITO! Öffne dich für ihn und er wird offen für dich.

So, das war nun lang und meine Meinung. Als ich deinen Beitrag gelesen habe, hatte ich überhaupt nicht den Eindruck als würdest du die Ängste deines Hundes schildern - es war die Beschreibung irgendeines Hundes, der vorübergehend in deiner Wohnung weilt. Mach Kito zu deinem Hund. Wenn er endlich richtig ankommen darf, wird er das auch tun. Da bin ich mir ganz sicher. Und dann sucht er vertrauensvoll deine Nähe, wann immer er sie braucht.

Henny

Ganz kann ich dem Beitrag von Sabine nicht zustimmen - die Gewitterangst wird sich durch mehr Bindung nicht bessern - bestenfalls die fehlenden Emotionen.
Mein "Gewitterschäfi" hatte zu mir eine sehr starke Bindung (war hundetypisch dort wo ich war), aber beim Gewitter war er trotzdem lieber im Auto, als bei mir - sofern ihm das möglich war. Das Höchstgefühl war natürlich wenn ich mich zu ihm ins Auto gesellt habe.

Einen Ratschlag wie Kito mit Katzen gehalten werden soll, wage ich nicht zu geben - nur Chiquita, die ihn kennt und einschätzen kann, weiß, ob ein Aufenthalt in einem Raum möglich wäre. Es gibt leider Hunde, die können nie mit Katzen unter einem Dach leben - ob das bei Kito möglich wäre, kann ich als Außenstehender nicht beurteilen. Bei diesem Größenunterschied sich auf irgendwelche Experimente einzulassen würde ich nicht raten - Katzen leben gleich gerne wie Hunde und haben auch nur eines (auch wenn ihnen mehrere nachgesagt werden... :icon_e_wink: ).


Terryann

hallo Jenny,
im April hattet ihr Jahrestag
https://www.animalhope-nitra.at/forum/index.php?topic=30163.msg560808#msg560808
so schöne Bilder!!

sag, wann seid ihr denn übersiedelt?
kann es sein, dass Kito erst dachte, das sei ein Kurzurlaub,
und dass es ihn dann sehr verunsichert hat, dass er die vertraute Umgebung verloren hat, wo du und er euch durch deinen super Einsatz so nahe gekommen seid?

Lieben Gruß von Barbara mit Bobby, Amigo und Nerly - in Gedanken bei uns: Terry, Annie, Masha, Chico, Mara, Sorbas

Terryann

liebe Jenny,
du hast Kito zu einem wunderbaren Neustart verholfen.
Tatsache ist aber denke ich, dass sein Idealplatz ohne Katzen sein sollte, damit er vertrauensvoll jederzeit zu seinem Menschen kann.
Ich denke, er sollte auch wieder in der Vermittlung sein, damit er dafür eine Chance bekommt.
Du hast so toll mit ihm trainiert und gearbeitet, also höchsten PS-Einsatz geleistet, und tust ja weiterhin dein Möglichstes, aber du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du versuchst, einen optimalen Lebensplatz für ihn zu finden.
Lieben Gruß von Barbara mit Bobby, Amigo und Nerly - in Gedanken bei uns: Terry, Annie, Masha, Chico, Mara, Sorbas

Chiquita28

Zu allererst möchte ich mich bei euch allen für die Anteilnahme und die vielen, teilweise sehr ausführlichen, Beiträge bedanken! Gleich mal vorweg - als ich diesen Thread vor ein paar Tagen begonnen hatte, war ich (wie der Titel schon sagt) wirklich sehr verzweifelt. Dabei bin ich wahrscheinlich weniger wütend auf Kito als auf mich, weil ich mich fühle als würde ich bei diesem Hund komplett versagt haben. Als könnte ich seinen Bedürfnissen nicht gerecht werden...  Mir gingen einfach schon die Ideen aus, was ich noch besser/anders machen könnte, für ein schöneres Zusammenleben. Ich will ja nicht nur dass es MIR gut geht in der neuen Wohnung, sondern vor allem meinen Tieren, für die ich die Verantwortung trage! Ich bin zurzeit nur noch mit Problemlösungen beschäftigt und nichts davon fruchtet, das ist schon ziemlich frustrierend für mich. Ich hab mich von Anfang an bemüht, Kito so zu akzeptieren, wie er ist. Er hat bei mir viel mehr Freiheiten als alle anderen Hunde, die ich bisher hatte. Ich ließ ihn viele Dinge selbst bestimmen, weil ich merkte dass er ein sehr eigenständiger Hund ist der sich manches einfach nicht nehmen lässt und weil ich draufgekommen bin dass, gewisse Regeln von mir bisher ohnehin ziemlich unnötig waren (Hund darf nicht in die Küche, Hund soll links gehen, Hund soll "Platz" machen wenn wir unterwegs sind und ich mich hinsetze...). Ich bin der Meinung dass ich mich seit Kito ziemlich weiterentwickelt habe, was meine Erzieherqualitäten betrifft und zwar in eine positive Richtung.

Ich hab mit ihm, so wie auch mit Efendi, letzten Sommer mit der Hundeschule begonnen, um ihn sinnvoll zu beschäftigen und an unsrer Beziehung zu arbeiten. Leider mussten wir nach wenigen Monaten aufhören, weil er sich am Hundeplatz wettertechnisch immer weniger wohl gefühlt hat. Im Sommer gibts leider öfters auch am Nachmittag kurze Gewitter und es reichte dann oft schon ein Lüfterl oder ein Flugzeug, das ihn komplett aus der Bahn geworfen hat und ein weiterarbeiten unmöglich machte. Ist doch egal, dachte ich mir, ein 10-jähriger Hund braucht nicht unbedingt in die Hundeschule zu gehen, dem reichen sicher auch schöne abwechslungsreiche Spaziergänge, ein warmes Zuhause und gutes Futter. Seit Silvester wurden die Spaziergänge immer schwieriger. Zuerst wo sie noch geschossen haben wollte er mir gar nicht raus, was auch verständlich war. Wir reduzierten die Spaziergänge auf ein Minimum. Ich suchte mir abgelegene Strecken, wo wir Ruhe hatten. Trotzdem gab es dann so Punkte, an denen wollte er einfach nicht vorbei. Ich versuchte erst, nicht darauf einzugehen und seine Angst zu ignorieren, indem ich selbstbewusst weiterging. Nachdem das nicht funktionierte, weil er den Rückwärtsgang einlegte, nahm ich ihn mit und motivierte ihn mit fröhlichen Worten und Lockrufen. Irgendwann wurde mir das aber zu anstrengend, weil es ziemlich ins Kreuz geht, einen 37 kg Hund zu haben der ständig gegen einen arbeitet und sich immer wieder in Leine hängt. Mittlerweile, wenn er sich plötzlich aus dem Nichts heraus fürchtet und in den Fluchtmodus schaltet, gehe ich mit ihm sofort nach Hause.

Ich muss sagen, egal wie ich auf seine Angst reagiere, er verhält sich immer gleich. Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen dass es bei Kito so starke Auswirkungen haben soll, was ich denke und fühle. Klar, wenn ich aufgeregt bin und Sachen packe, weil ich mich für nen Ausflug vorbereite ist er ebenfalls aufgeregt und kanns kaum erwarten, dass es los geht. Wenn er aber in seine Panik verfällt, reagiert er nicht mehr auf mich. Da kann ich noch so cool bleiben, es macht keinen Unterschied. Ich hab das mit dem Gewitter eh schon als "normal" akzeptiert und weiß: es blitzt und donnert - Kito fürchtet sich und braucht nen Platz zum Verstecken. Ich hab weder Mitleid mit ihm, noch denk ich mir im Vorhinein "Ma hoffentlich kommt jetzt kein Gewitter, so lange wir spazieren gehn." Ich nehm die Dinge wie sie kommen. In der Wohnung meines Freundes haben wir dann immer schon gesagt, Kito sieht wieder seine Geister. Er hat sich den Platz im Badezimmer übrigens selbst ausgesucht. Die Tür zu Wohnzimmer und Schlafzimmer war anfangs immer offen, aber er kam da abends nie zur Ruhe. Je weniger Raum er zur Verfügung hatte, umso besser. Es gab dort auch keine Katzen in der Wohnung. Deswegen seh ich die Katzen nicht als Hauptproblem.

Gestern starteten wir einen neuen Versuch. Während des Fernsehens kam Kito an der Leine mit ins Wohnzimmer. Schon kurz bevor es dunkel wurde, merkte ich, dass er wieder nervös wurde und sich vor etwas fürchtete (Gewitter konnte es keines sein, gabs jetzt schon tagelang nicht mehr und auch gestern nicht). Ich setzte mich gemütlich aufs Sofa und konzentrierte mich auf den Film. Kitos Angst versuchte ich zu ignorieren. Er war sehr aufgeregt und ging an der Leine auf und ab, versuchte aufs Sofa zu springen, drückte sich ab und zu gegen mich, hat überlegt, ob er sich unterm Couchtisch verstecken soll, tats dann aber doch nicht, legte sich immer wieder kurz hin, nach wenigen Sekunden sprang er wieder auf. Er hechelte die ganze Zeit über. Nach ca. 1 Stunde war der Film aus und ich ging Zähneputzen. Kito legte sich ins Badezimmer und war ruhig. Versteht ihr, warum ich kein schlechtes Gewissen mehr habe, wenn ich ihn "wegsperre", wenn er sich fürchtet? Er ist der Typ Hund der sich bei Gefahr lieber versteckt und nicht den Schutz beim Menschen sucht. Natürlich wärs ihm wahrscheinlich lieber, ich würde den ganzen Abend bei ihm im Badezimmer sitzen statt zu fernsehen aber bei aller Liebe - das kann ich nicht. Ich richte mein Leben sehr nach den Tieren aus, werde meines aber nicht komplett aufgeben. Ich hab mir damals bei der Wohnungssuche Zeit gelassen, um eine Wohnung zu finden, wo nicht nur Tiere erlaubt waren, sondern wo sowohl Katzen als auch Hund ausreichend Platz zur Verfügung haben und musste somit sehr genau auf die Raumaufteilung achten. Ich hab einen Partner an meiner Seite, der sich zwar selber keinen Hund nehmen würde, aber Tiere mag und von Anfang an akzeptiert hat, dass Kito seine Eigenheiten hat. Ich hab ihn vor kurzem gefragt was passieren müsste, dass er sagt er will nicht mehr mit dem Hund zusammen leben. Er hat kurz überlegt und dann gesagt, da gibt es nichts warum er weg müsste. Er ist eher so dass er mit mir überlegt, was wir noch probieren könnten, damit es Kito besser geht und über diese Unterstützung bin ich sehr froh. Wenn ich von der Arbeit heimkomme schnapp ich mir sofort den Hund und geh mit ihm raus, noch bevor ich mir z.B. was zu trinken nehme oder aufs Klo gehe, weil ich ihn nicht mehr länger warten lassen will. Wenn es mir möglich ist nehm ich Kito auch überall hin mit. Er hat keinen geringeren Stellenwert in meinem Leben als Efendi. Es gibt nur viel mehr Dinge, die ich bei ihm bedenken muss und auch mein Leben hat sich sehr verändert. Deshalb schreib ich jetzt auch viel weniger ins Forum als noch vor 2-3 Jahren. Damals zog ich in eine neue Stadt, weit weg von meinen Freunden und meiner Familie. Es gab nur Efendi und mich. Mein Hauptsinn im Leben war neben der Arbeit, mich an das Leben mit einem Hund zu gewöhnen und dieses erfolgreich und zum Wohle von Efendi, den Katzen und mir zu meistern. Es gab so viele Dinge, die ich davor noch nicht wusste und wo ich um Rat fragte. So viele Erfolgserlebnisse, die ich mit euch teilen wollte. Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der lieber über Positives berichtet. Ich freue mich, wenn ich Bilder von einem glücklichen Hund zeigen kann. Kito fürchtet sich vor der Kamera und dabei ist es egal ob Handy oder Digital, Blitz hab ich bei ihm sowieso nie aktivert. Dadurch ist es schonmal schwierig, Fotos von ihm zu machen. Wenn er mal abgelenkt ist dann ist er in Bewegung und kaum bekommt er was davon mit, dreht er sich um oder geht weg.

Ich hab mir den Beitrag von dir Sabine gestern in Ruhe durchgelesen und kann zu 100% verstehen, warum du so denkst. Über das Forum, über mein Schreiben, die wenigen Fotos etc. bekommt man schnell mal den Eindruck, dass mir Kito nicht so sehr am Herzen liegt wie Efendi und er mehr ein Mitläufer ist als ein wertvolles Familienmitglied. Das möcht ich aber so nicht stehen lassen. Es wird ja immer gesagt, man kann und darf zwei Hunde nie miteinander vergleichen, weil jeder seine eigene Persönlichkeit hat. Wenn mans genau nimmt darf man dann aber auch nicht Efendi-Jenny mit Kito-Jenny vergleichen. Efendi hatte einen ganz anderen Charakter und es gab andere Probleme, an denen ich mit ihm arbeitete. Ich hab ihn einmal in fremder Umgebung untergebracht wegen eines wichtigen Termins, was zur Folge hatte, dass mich die Aufpasserin verzweifelt anrief, Efendi würde sie anknurren und nicht mehr aus der Küche rauslassen. Ich war froh, dass damals nicht mehr passiert ist und wollte so eine Situation nie wieder haben. In den Urlaub konnte ich ihn dafür problemlos mitnehmen. Er war selbstbewusst genug, dass ich ihn selbst in fremder Umgebung kurz alleine lassen konnte und er hat mir auch nie was kaputt gemacht. Auch sonst gab es viele Dinge, die man mit der jetzigen Situation einfach nicht vergleichen kann. Dafür hatte Efendi oft Schwierigkeiten mit anderen Hunden, was ein Punkt ist den ich bei Kito sehr zu schätzen weiß. Also jetzt zu Kito. Ich hab vom ersten Tag an, wo mir Kito bei der Nitra-Heimfahrt während des ins-Auto-Ladens am Rastplatz kurzfristig davongelaufen ist, alles dafür getan, um eine gute Bindung zu ihm zu entwickeln. Ich hab ihn von Anfang an akzeptiert wie er ist und ihn auch regelmäßig vor anderen Menschen verteidigt die meinten, dass mein Hund ziemlich speziell, anders, anstrengend oder sonstwas ist (Anm.: Das waren alles Menschen, die längerfristig mit ihm zu tun hatten, hauptsächlich Freundinnen und meine Mama, wo er eine Urlaubswoche verbracht hatte. Beim ersten Kennenlernen höre ich sonst von allen Seiten, dass ich so nen braven, umgänglichen Hund habe). Das ist auch der Grund, warum ihr die Situation wahrscheinlich erst dann verstehen werdet, wenn ihr mal 1-2 ganze Tage mit uns verbringt. Ob es Kito wo anders besser hat? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Er ist da ähnlich wie Kiara. Alle Menschen sind super und toll und bei Fremden drängt er sich oft richtig auf und kann von Streicheleinheiten nicht genug bekommen. Er läuft auch schnell mal mit anderen mit und vergisst dabei auf mich. Ist halt die Frage, ob es an mir liegt oder an der Tatsache, dass er durch die traumatischen Ereignisse in jungen Jahren und aufgrund seines Charakters nicht wirklich bindungswillig ist. Bei meinem Freund und mir merkt man schon, dass er mich ihm gegenüber bevorzugt und sich von mir auch mehr sagen lässt. Was mich betrifft möchte ich ihn auf keinen Fall weggeben! Es hat mich richtig traugig gemacht, als ich den Vorschlag gestern gelesen hab. Ich hatte auch nie mit dem Gedanken gespielt, Kito wieder ins Tierheim zurückzubringen! Ich mach mir nur sehr viele Gedanken über sein Verhalten und seine Bedürfnisse und nachdem er sich in kleineren Räumen wohler fühlt als in einer ganzen Wohnung und in letzter Zeit nicht mehr so viel Freude bei den Spaziergängen hatte war das einfach eine Schlussfolgerung, die ich etwas unüberlegt ausgesprochen hab.

Zur aktuellen Situation, Kito bekommt seit 3 Tagen CBD Tropfen und ich werde ihm eine Metallbox besorgen. Außerdem habe ich mit Suchspielen in der Wohnung begonnen, damit er wieder kleine Erfolgserlebnisse hat. Werde natürlich weiterhin berichten, was sich so tut bei uns!

Henny: Danke für deinen Bericht über die Gewittersituation bei Hunden! Das hat mir wieder zu einem besseren Verständnis geholfen. Kito fühlt sich auch sehr wohl im Kofferraum während es regnet oder gewittert. Wäre neben der Box noch eine Möglichkeit, die ich ausprobieren könnte.
Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt. (Gandhi)

York

liebe Jenny ... durchhalten, Du machst das schon richtig und Kito darf sich freuen so ein verständnisvolles Frauerl zu haben ... ich habe seit meiner Kindheit mit diesen "Gewitterhunden" zu tun ... unsere Campingurlaube als ich noch ganz klein war, mit Zelt ... mit einem völlig durchgedrehten Foxterrier, der nicht zu halten war , meine Eltern zerkratzt, weil sie ihn festhalten mussten, er wollte sich unter dem Zelt durchgraben  (gebissen hat er wenigstens nicht) ... irgendwann hatten sie die glorreiche Idee mit dem Auto.. er fühlte sich wohl und das nächste Gewitter konnte kommen ... meine eigenen Hunde als ich erwachsen war , auch immer wieder solche die durchgedreht sind ... im Küchenkastel versteckt, unterm Schreibtisch... im Auto fühlten sie sich am sichersten ... die "längsten" Silvester meines Lebens, verbrachte ich 2-3  Stunden auf der Autobahn .. so viele Feuerwerke habe ich noch nie gesehen und meine damalige Hündin konnte endlich, nachdem sie sich allein schon wegen der Vor-Silvester-Schiesserei vor Angst angemacht hat ... endlich entspannen.
Ich weiß wie stressig es für Dich ist, wie leid Dir dein Hund tut .
alles Liebe!