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Im Herzen die Sonne ... von steirischen Zwei- und Vierbeinern

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claudianet:
Lexi hat mich vor einem Jahr zu unserem Buch "Reise ins Glück" inspiriert und - mit seiner gestrigen Ankunft bei uns - ist das eine gute Gelegenheit zu einem neuen Beitrag über unsere Seniorenrunde ... Lea, Pepe und nun: Lexi  :8:


"Im Herzen die Sonne" ist das Motto der Stadtgemeinde Gleisdorf und wir bemühen uns, ihm jeden Tag, so oft wie möglich, gerecht zu werden.
Es gelingt natürlich nicht immer und gestern war so ein Tag.
Schweren Herzens war ich schon Richtung Wechsel unterwegs, in Gedanken bei Andy und Sabine, die Lexi so unverhofft wieder bei sich aufnahmen und sich nun wieder von ihm verabschieden mussten.

Stückweise sogar, da unser Treffen schon für letzten Sonntag geplant war und Pepe leider kurzfristig so krank wurde.
Nun war es wieder soweit und die Sonne in meinem Herzen tat sich schwer.
Ich wusste es, seit wir sein neues Leben gemeinsam besprochen und geplant hatten: Er würde alles verlieren, seine Lebensmenschen Andy und Sabine, bei denen er auf immer heimisch wurde, die so unglaublich viel mit ihm er- und überlebt hatten, seine Umgebung, seine Rituale, ... einfach alles.

Wie einfach ist es da, einem Wuff aus Nitra oder den anderen Lagern ein Zuhause zu schenken. Sie durften dort überleben, haben aber vergleichsweise nichts. Da ist es leichter Vertrauen aufzubauen, mit einem warmen weichen Körbchen, ausreichend Futter und Liebe.

Doch für Lexi ist es ein schwerer Verlust ... und das in seinem Alter, mit seiner gesundheitlichen Geschichte.
So entstanden in mir viele Sorgen ... denn mir ist klar, schaffen muss er es (wieder) alleine.
Er muss neuerlich Kraft und Mut aufbringen, sich einlassen auf völlig Neues, es an sich heranlassen, es annehmen, im besten Fall gelingt es ihm, anzukommen.
Ich fühlte den Stress, die Angst und wollte Sabine und Andy dennoch Mut machen ... die innerliche Sonne, mit ihrer Zuversicht und Hoffnung sollte scheinen, wenn wir uns treffen.

Wir hielten uns kurz, die Hamsterdame, die ich noch mitnahm, lenkte uns noch ein wenig ab und dann trennten sich unsere Wege.
Lexi saß bei mir im Auto, es dauerte ein wenig, bis er das Fremde realisierte.
Er war tapfer ... doch bei Hartberg fand der Stress seinen Weg ... Lexi hatte Durchfall.
Er gab keinen Laut von sich, ich spürte die Unruhe, sie war nicht zu übersehen ... und konnte nichts tun.
Über meine Hand Ruhe aussenden ... das hat mich Joky gelehrt ... es war so schwer, nicht mehr tun zu können !

Als wir nach mehreren Zwischenstopps endlich daheim ankamen, erkundete er noch Garten, Erd- und Obergeschoss. Er war auf der Suche.
Stieß nirgendwo dagegen, orientierte sich wie ich es noch nie zuvor sah, meisterte das Kennenlernen, Lea und Pepe verhielten sich vorbildlich, Buksy war wie immer freundlich, aber ein wenig überfordert (ein Neuer ? Hier, bei uns ? Im Haus ?)

Beim Abendfressen nahm Lexi ein paar Häppchen - GsD !
Den Abend über nahm ich ihn in einem "Wartemodus" wahr ... nicht verzweifelt, nicht durch den Wind, sondern gefasst ... aber unruhig wartend darauf, dass sich diese Situation irgendwie wenden würde.
Um halb eins schaffte er dann die Nachtruhe, schlief fest bis halb sieben und meldete: ich muss hinaus - ein Phänomen.
Also Lexi auf den Arm, durch die Babygittertüren runter und raus in den Garten.

Frühstück mochte er nicht - vl hab ich auch nur seinen Geschmack nicht getroffen - am Vormittag war er schon ruhiger und am Nachmittag, bei frühlingshaften Temperaturen waren wir alle im Garten.
Sein ständiges Gehen erinnert mich an Joky, nur ist es viel sicherer und zwischendurch bot ich ihm immer wieder Streicheleinheiten an ... und Pansenleckerlis.
Er kam mit Nachbars Baumteer in Berührung, links am Ohr und beim Umdrehen mit seiner "Hose".
Da half nur mehr die Schere ... der Ohrbehang ist nun kürzer, die "Hose" auch ... natürlich beidseitig - sonst hätte es gar eigenartig ausgesehen - und der Zugang in diese Ecke ist nun verstellt.

Das Abendfressen war mehr nach seinem Geschmack, es gab Rindfleisch mit etwas Pansen, als Nachschlag ein Löffel Hüttenkäse und dann noch Herrchens "Abendwurstblattl" - sind eigentlich zwei, natürlich für jeden unserer Wuffs.

Während ich euch an dieser ersten Zeit mit Lexi teilhaben lasse, liegt er links, Pepe rechts unter meinem Sessel und schläft.
Lexi, ich reiche Dir meine Hand und mein Herz und hoffe so sehr, dass ich Dir den Beginn Deines Lebens bei uns leichter machen kann.

Ich mag mir nicht vorstellen, wie es Sabine und Andy bei der Heimfahrt ergangen ist und kann Euch nur sagen: Ich gebe mein Bestmöglichstes um Euch gut zu vertreten !
Es hat ein bisserl was von einer Patchwork-Familie für Lexi und abgesehen von unseren Telefonaten mögen Euch nun diese Bilder auch ein wenig beruhigen.

GlG Claudia

Doris B.:
Danke liebe Claudia, dass du den Herzbuben bei dir aufgenommen hast. Hab gestern an euch ganz fest gedacht und beim Gedanken an Sabine und Andy sind mir die Tränen hochgestiegen.
So schwer es sicher ist, im Mittelpunkt für uns alle steht immer das Wohlbefinden der Tiere und so hat Sabine und Andy sicher richtig für Lexi entschieden.
Wie ich dich kenne, bin ich mir sicher, dass Lexi sich bei dir auch sehr wohl fühlen wird.
Wünsche dem Buben und euch eine tolle, harmonische und lange schmerzfreie, glückliche Zeit.

Petra-Hasi:
So liebevoll geschrieben, mir kommen die Tränen.
Wünsch euch alles alles Gute und LEXI viel Lebenswillen.
Bin mir sicher das ihr im so gut ihr könnt helfen werdet, beim Zuhause fühlen.
Kann mir nur zugut vorstellen wie es Andi und Sabine geht, es gehört viel viel Herz dazu das beste für einen Freund zu tun.

claudianet:
Lexi heute im Garten  :))

https://goo.gl/photos/gCHAp4nrxbvuQJt66

und ein "typisches Foto für 1. Februar"  :71:

claudianet:
jungspund und (g)oldi  :8:

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