Autor Thema: Vom Flüstern, Quatschen und anderen Berufsbezeichnungen  (Gelesen 1176 mal)

Offline Sai

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Vom Flüstern, Quatschen und anderen Berufsbezeichnungen
« am: 03. September 2020, 12:16:35 »
Hallo!

Ein Beitrag hier im Forum hat mich auf die Idee gebracht, mal etwas über den Beruf des/der Hundetrainers/in zu schreiben.

Gleich vorweg: "Hundepsychologen" gibt es nicht. Psychologie ist ein Studium, das mit Hunden so viel zu tun hat, wie mit Elefanten oder Eseln. Und selbst fertig studierte Psycholog*innen mit akademischem Abschluss dürfen - auf selbständiger Basis - erst dann mit - menschlichen! - Klienten arbeiten, wenn Sie entweder sog. Gesundheitspsychologen oder Klinische Psychologen sind. Das bedeutet, dass diese Leute diverse Zusatzausbildungen und Praxiserfahrungen brauchen - und beim zuständigen Bundesministerium mit der jeweilis konkreten Berufsbezeichnung gelistet sind. Mit einem bloßen Studium kann man daher bestenfalls als Psychologe/in angestellt sein, aber niemals selbständig arbeiten. Ganz genau so, wie jemand, der Medizin studiert hat, deswegen noch lange kein Arzt ist. Und auch ein Jusstudium macht noch niemandem automatisch zum Anwalt, Notar oder Richter.

Natürlich gibt es Ausbildungen, die ein "Studium der Hundepsychologie" anbieten - Hundetrainer*in ist in Österreich aber ein freies Gewerbe und da es in diesem Bereich mehr Fragen als Antworten gibt, wäre auch zu hinterfragen, was genau die konkreten Ausbildungsinhalte sind. Das ist aber bei "normalen" Ausbildungen zur/zum Hundetrainer/in aber ganz genauso, ganz egal, ob nun das Wort "Psychologie" verwendet wird oder nicht.  Was mich auch schon zum wesentlichen Punkt führt:

Ich lese auf Websites (von Hundeschulen, Hundetrainern) immer wieder Begriffe wie "Rudel, Rangordnung, Dominanz und Unterordnung". Das ist Bullshit. Oder, etwas höflicher ausgedrückt: Weit entfernt von aktueller kynologischer Fachliteratur. Ich kann daher jedem nur ans Herz legen: Macht Euch selbst ein Bild, lest Bücher, glaubt nicht alles, was irgendwer irgendwo erzählt - und auch nicht jede/r, der ein Buch geschrieben hat oder im Fernsehen auftritt, hat den Schlüssel zur Weisheit. Wirklich gute Fachleute sind machmal auch leise - im Fernsehen geht es um Quoten, Material wird zusammen geschnitten und Einstellungen zig mal gedreht - und wenn ich sehe, wie jemand einen Hund mit einer Rappelbüchse oder einer Wasserspritze tracktiert, ihm einen "eleganten" Sidekick mit dem Fuß verpasst oder eine Leine direkt hinter den Ohren (der Ohrspeicheldrüse) des Hundes führt, schalte ich ab. Das ist die einzige Möglichkeit, die wir haben: Einfach keine Quote geben.

Und achtet bitte auch bei Büchern darauf, dass sie ein Quellenverzeichnis haben - wer auf den letzten Seiten seines Buches nur Werbung für das nächste macht, ohne auf weiter führende Literatur oder Quellenangaben zu verweisen, tut oft nur seine rein persönliche Meinung kund. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch in Ordnung. Dennoch gilt: Wer nichts weiß, muss alles glauben. Deshalb dieser Beitrag - im Sinne der Hunde, sie werden es uns allen danken, wenn die Menschheit endlich aufwacht und ihr zu Bewusstsein kommt, dass Hunde sehr viel weniger "Erziehung", als Beziehung brauchen.

Offline Odins Wolf

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Re: Vom Flüstern, Quatschen und anderen Berufsbezeichnungen
« Antwort #1 am: 03. September 2020, 12:37:31 »
Hallo,

Ich selbst mache gerade die Ausbildung zum Tierschutzgestützten Tiertrainer mit dem Schwerpunkt Hunde.
Absolut richtig was du sagst, leider hängen viele noch den alten Erziehungsmethoden nach obwohl es schon lange andere bessere Methoden gibt.

Bei den Büchern empfehle ich Celina Del-Amo, eine absolute

Es sollten mehr darüber nachdenken, wie sie ihren Partner behandeln. Meinen „gestörten“ Russel Terrier aus Nitra, habe ich ohne Zwang und Drill ins Lot gebracht.


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