Autor Thema: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie  (Gelesen 5526 mal)

Offline Coonies

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Ihr seid sehr erfahren mit Tieren, vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Tierarztempfehlung für Tierärzte, die auch homöopathisch aufgeschlossen sind (Gegend 21 Bezirk und Umgebung) sind auch sehr willkommen.

Folgendes Problem: Anfang August hatte mein Maine Coone Kater eine Maulhöhlensanierung beim Tierarzt und in Narkose wurde auch gleich Blut abgenommen und ein großes Blutbild gemacht. Mit dem Ergebnis:

Creatinin 1,99 (bis 1,60 im Befund als Grenze) und sonst zu hoch bzw. zu niedrig waren
Gesamtprotein 8,2 (Grenzen 6,1 - acht)
Triglyceride   23 (Grenzen 50 - 134)

Nachdem es meinem Kater nach der Narkose wirklich schlecht gegangen ist, er hat furchtbar zerrupft ausgschaut, aus dem Mund getrinscht und 1 1/2 Tage gar nichts gefressen, nur geschlafen und sich verkrochen. Ich bin dann am Tag 2 gleich wieder mit ihm zum Tierarzt. Sie hat ihm zuerst nochmal Blut abgenommen und den Nierenwert nochmals gecheckt mit dem Ergebnis:

UREA 22 mg/dl (Grenzen 16 - 36)
CREA 2,5 mg/dl (Grenzen 0,6 - 2,4)

Dann hat er Infusionen bekommen und Valium, um ihn zum Fressen anzuregen. Und er hat tatsächlich bei ihr am Ordinationstisch sofort gefressen und zu Hause auch wieder.

Die Diagnose der Tierärztin lag dann nach dem 2. Befund entgültig auf Niereninsuffizienz und 1/4 Tablette Fortekor 20mg. Aufgrund bevorstehenden Urlaubs habe ich meine Katzensitterin gleich beauftragt, ihm die Tabletten zu geben und nur sein Lieblingsfutter, weil ich total erschrocken war, wie er nach der OP beinand war.



Im Urlaub hatte ich Zeit nachzudenken und hab auch recherchiert, weil ich nicht glücklich war, ihm - er wird im November 7 Jahre - lebenslang Tabletten zu geben und der Creatininwert ist ja nicht viel über der Grenze. Und ich hab für mich beschlossen, die Tabletten gleich wieder abzusetzen.

Die Tierärtzin einer Bekannten hat zum Befund gemeint, Fortekor ist noch nicht dringend  nötig und empfohlen, zuerst tieräztlich es Diätfutter, Infusionen und Homöopathie dazu. Und dann denn Wert wieder zu testen. Diese Empfehlung gefiel mir schon besser und ich hab gleich Diätfutter geholt. Da es mich interessiert hat, was im Diätfutter zum Unterschied zum normalen Futter anders ist, hab ich im Internet die Inhaltsstoffe recherchiert und mich gleich "halb zu Tode" geärgert: 4 % Huhn, Getreide UND Zucker, und 85 g kosten 1,05 (für dieses minderwertige Futter)!!!!! Und tierärztliches Trockenfutter auch gar kein Problem bei einer NIERENKRANKEN Katze. Somit war auch dieses Thema tierärztliches Diätfutter für mich erledigt.


Meinem Kater geht es wieder wunderbar, er ist fressgierig wie eh und je und schaut auch wieder gut aus. Ehrlich gesagt zweifle ich an der Diagnose und ich habe beschlossen, ihn erstmal ganz normal zu füttern und langsam auf hochwertigeres Futter umzustellen. Ich war auch schon bei der Naturkost Ziegler und hab dort hochwertiges Dosenfutter gekauft und ein Spannendes Buch - wie Tierärzte die Gesundheit des Tieres gefärden - und genau da steht das auch drin mit dem "Scheiss-Diätfutter" und dass der Creatininwert allein nicht aussagekräftig ist. 

Jetzt komme ich zur konkreten Fragen:

- Kann es nicht sein, dass durch die Narkose, durch die Antibiothikagaben und durch 2 Tage nichts fressen die Nierenwerte verfälscht sind/waren???? (wäre doch irgendwie logisch, die Glycosewerte waren auch verfälscht durch die Narkose. und die Niere ist ja ein Ausscheidungsorgan)
- Im Jänner wurde er geimpft und entwumt, im April bekam er aufgrund einer Zahnfleischentzündung bereits ein Antibiotikadepotspritze
- Bei der Maulhöhlensanierung im August bekam er auch  eine Antiobiothikadepotspritze dazu,.weil das Zahnfleisch  immer noch entzunden war
- gibt es nicht einen Zusammenhang Zahnfleischentzündung - Nierenwert?
- Ist der Creatininwert allein aussagekräftig genug um einer Katze lebenslang Fortekor zu verordnen??? - unter diesen Umständen der chemischen Keulen???
- Wie lange braucht der Körper einer 8 kg Katze zu entgiften, weil ich möchte ein Vergleichsblutbild.

Wie gesagt, die gebe derzeit kein Medikament und kein Diätfutter. Mein Kater ist sehr heikel, ich stelle grad langsam auf hochwertig um, reduziere das Trockenfutter mit dem Plan ihn zu entwöhnen und informiere mich grad über barfen.

Und hat jemand eine Tierarztempfehlung für mich??? Ich fühle mich bei meinem jetztigen Tierarzt  nicht mehr wohl, v.a. nachdem ich das Buch von Frau Dr. Ziegler gelesen habe. Auch im Hinblick auf Imfpen, Entwurmen, Füttern, etc.

Danke für eure Mühe!!!!!!!!!!!!!!!!!!


« Letzte Änderung: 01. September 2016, 14:15:50 von Coonies »
Petra und Coonie Carpo

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Offline nuffl

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #1 am: 01. September 2016, 14:22:13 »
tierarzt in wien kann ich dir leider keinen empfehlen.

ich würde auch das gleiche machen. momentan noch keine medis, hochwertiges nassfutter (evtl auch noch etwas wasser dazu mischen, schadet bei katzen ja nie) und auch häufiger pute oder huhn. und nach 2-3 monaten die werte wieder kontrollieren.

Offline Coonies

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #2 am: 01. September 2016, 14:32:23 »
Es freut mich, dass du meiner Meinung bist - danke für dein Feedback dazu  :8:

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Offline kiki

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #3 am: 01. September 2016, 20:55:44 »
Hallo. Ich würde auch zuwarten und in 2-3 Monaten die nierenwerte nochmal nachkontrollieren. Meinem Kater Eddie ging es heuer im Juni nicht anders. Zahn war eitrig beim Haustierarzt entfernen lassen davor grosses Blutbild alles ok. Nach Zahn op bildete sich am Kieferknochen  ein  grosser Knubbel. Röntgen .Verdacht auf Tumor. In die vet med gebracht in narkose gelegt Kieferknochen biopsiert. ..danach Blutwerte kontrolliert Glucose, Crea und Urea extrem erhöht auch Verdacht auf nieren Insuffizienz und auch diabetis. Jetzt Ende August alles nachkontrolliert alle Werte wieder in der Norm.  Bei Eddie dürfte der Stress und die narkose die schlechten Werte herbeigeführt haben. ... Ich drück euch die Daumen und alles Gute
PS :habe ein Frettchen das nieren Insuffizienz hat das bekam trotz wesentlich schlechtere nierenwerte das PRONEFRA  erst seit einem Monat bekommt sie auch Fortekor weil die Werte jetzt schon irgendwo sind. ...
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Offline FriedaLino+EliahMamas

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #4 am: 01. September 2016, 23:34:03 »
Für die Entgiftung kannst du 1x Sulfur C30 geben  :] kann/sollte man immer am tag nach der letzten AB-Gabe geben... (auch beim Menschen) kannst es aber jz auch noch geben...
...in einer schwierigen Zeit suchte ich eine Hand und fand eine Pfote!..

Offline Coonies

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #5 am: 02. September 2016, 09:08:35 »
Danke für deinen Beitrag Kiki!!!! Das ist ja wirklich eine ähnliche Geschichte und du hattest ja voher schon ein Blutbild, somit ist klar, dass der Eingriff diese Werte ausgelöst hat.

Und es überzeugt mich auch in meinem Ärger über die Tierärztin, die so etwas eigentlich wissen müsste und nicht sofort eine "schlimme Diagnose" stellen und ein "vielleicht" gesundes Tier sofort mit starken Medikamenten vollstopfen sollte. Es gibt genug Tierbesitzer, die hier 100% dem Tierarzt vertrauen und hier nicht kritisch sind.

Danke "Mamas" auch für den Tipp mit dem Sulfur, werd heut gleich in der Apotheke danach fragen.

« Letzte Änderung: 02. September 2016, 09:10:21 von Coonies »
Petra und Coonie Carpo

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Offline nuffl

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #6 am: 02. September 2016, 10:13:56 »
die medikamentengabe ist schon recht früh erfolgt und die werte sind jetzt meiner meinung nach auch nicht soooooo arg, dass das sofort sein muss und man nicht noch ein bissl hätte zuwarten können bzw mal alternativ versuchen.

Offline sabine p

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #7 am: 02. September 2016, 11:48:24 »
http://www.felinecrf.info/wie_ernst_ist_es.htm
Ich hatte eine niereninsuffiziente Katze, finde obige Website am umfassendsten bzgl. Aufklärung.
Zu den Fragen:
Wenn die Blutabnahme kurz nach Narkose erfolgt hat sie keinen Einfluss auf Kreawert, da sich der nicht so schnell ändert (zeigt mehr oder weniger den homöostasezustand - oder Abweichungen - an)
Durch Flüssigkeitsentzug - wenn Tier/Mensch (z.B. nach OP weniger Flüssigkeit zu sich nehmen) - steigt der Kreawert  an.
Es gibt nierentoxische Antibiotika - aber auch nierenverträgliche - du müsstest halt in erfahrung bringen welches es war - obgleich es jetzt nichts ändern wird.
Die meisten "Medikamentendepots" wirken nicht länger als max 4 Wochen - danach ist die Substanz ausgeschieden und du kannst eine Laborkontrolle machen

Du solltest ehestmöglich einen Tierarzt finden, dem du vertrauen kannst - Empfehlungen für oder gegen ein Medikament in einem Forum wie diesem halte ich für völlig unseriös.
- Auch über Fr. Dr. Ziegler kann man unterschiedlicher Ansicht sein

Offline Coonies

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #8 am: 02. September 2016, 22:03:48 »
Danke wieder für die Antworten;

nuffl, er bekommt das Medikament nicht, ich gebe es ihm sicher nicht, bevor ich nicht noch ein Blutbild und evt. Harntest und Nierenultraschall habe - ein Verdacht ist mir zu wenig. Ich such eben einen Tierarzt, der alternativ behandelt. Meine Tierärztin will jedes Jahr impfen (mache ich aber nicht mehr), lehnt barfen komplett ab und verkauft begeistert Trockenfutter und verschreibt sofort Medikamente. Dieser Zugang taugt mir einfach nicht.

Keine Ahnung, wann das Blut bei der Narkose abgenommen wurde, das lässt sich schwer eruieren. Klar ist nur, dass er die Narkose diesmal ganz schlecht weggesteckt hab und nach der OP besorgnisrrregend matt war und 2 Tage NICHTS gefressen hat (somit auch zu wenig Flüssigkeit). Das meine ich ja, dass sein Zustand auf jeden Fall bei der 2. Kontrolle nicht aussagekräftig war und trotzdem war der Wert nur leicht erhöht. Daher meine Skepsis.

Aber danke für eure Tipps, ich habe schon Sulfur bestellt und werde Ende des Monats eine Blutbildkontrolle machen. Und bis dahin darauf achten, dass er viel Flüssigkeit bekommt. Fressen tut er inzwischen wieder wie ein Weltmeister, sobald sich in der Küche was bewegt, sitzt er schon bereit :-)))))
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Offline nuffl

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #9 am: 03. September 2016, 09:24:29 »
meine tierärztin ist toll, macht viel mit globuli und barfen, aber ich schätz, 35km sind a bissal weit.

Offline Coonies

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #10 am: 03. September 2016, 12:04:21 »
ja das ist zu weit - er ist extremst gestresst, wenn es in die Box und zum Tierarzt geht, da will ich ihm sooo eine lange Autofahrt nicht zumuten.
Ideal wäre halt 21. Bezirk, 22., Klosterneuburg ginge auch .... die Gegend halt.
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Offline Henny

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #11 am: 03. September 2016, 19:40:10 »
Na gehhh, so zu verteufeln ist das Diätfutter aber nicht!
Ich weiß nicht, was du unter "hochwertigem Futter" verstehst, aber sollte es einen hohen Anteil an Protein (Fleisch) enthalten, ist es für eine Nierenkatze sicher nicht das geeignete Futter.

Wir haben mit Diätfutter eigentlich nur positive Erfahrungen bei Katzen. Bin schon der Meinung, daß es einen positiven Einfluß auf, ganz besonders, chronische Erkrankungen hat, wobei es in einem Mehrkatzenhaushalt mit wirklich strenger Diät eh gar nicht geht. Es genügt aber schon ein "zur Verfügung stellen" von Diätfutter.
Zwei meiner derzeit vier Tiger sollten Diät bekommen, der alte Kater Nierendiät und eine dreijährige neigt zu Struvitkristallen. So stehen zwei Schälchen mit Trockenfutter immer zur Verfügung, eines mit Renal Futter und eines mit Urinary - beide bedienen sich völlig selbstständig aus dem richtigen Schälchen. Bin daher der Meinung, sie wissen ganz genau was ihnen gut tut. Das funktioniert allerdings nur, wenn beide Sorten vom selben Hersteller sind - bei uns ist es das Royal Canin.
Bei einer mittlerweile verstorbenen Katze war im Alter von 15 Jahren, bei einem Routine-Blutbild, welches ich ab einem bestimmten Alter jährlich machen lasse, ein leicht erhöhter Creatininwert vorhanden - ab diesem Zeitpunkt war das Trockenfutter dann ein Renal-Futter. Sie hat damit noch fünf Jahre bis ein Monat vor ihrem 20. Geburtstag bei hoher Lebensqualität gelebt. Verstorben ist sie an einem Melanom im Auge und nicht an ihrer Niereninsuffizienz. Zusätzlich bekam sie noch Solidago comp.
Also sooooo verkehrt kann demnach das Futter nicht sein.

Gerade in deinem Fall, wo die Katze Probleme in der Maulhöhle hat (bei Main Coons leider nicht so selten), würde ich ihr das Trockenfutter nicht völlig entziehen. So skurril es auch klingt, aber Trockenfutter wird bei Entzündungen im Maul und Rachenbereich oft lieber genommen als Naßfutter.  Das Naßfutter klebt an der geschädigten Schleimhaut was die Bakterienbildung fördert. Beim Trockenfutter werden die Kugerln als ganzes geschluckt, was zu bedeutend weniger Bakterien im Maul beiträgt. Auch dahingehend kann ich bei RC wieder nur Positives berichten - die Kroketten lösen sich im Magen rasch auf und haben, zum Unterschied anderer Hersteller, eine glatte Oberfläche. Warum RC damit noch nicht wirbt, ist mir sowieso ein Rätsel.  :7:
Bevor jetzt ein falscher Verdacht aufkommt: Ich habe absolut nichts mit RC zu tun - meine Schilderungen beruhen ausschließlich auf Erfahrungen.

Fortekor gehört zur Standardtherapie bei Niereninsuffizienz weil es den Druck von der Niere nimmt - wird aber bei Katzen nicht immer gut vertragen da viele davon müde werden. Dann verzichtet man einfach darauf.

Ich würde sie jetzt einmal ein paar Wochen ohne jeglicher Medikamente ganz normal füttern und dann mit ihr (12 Stunden "nüchtern"!) zur Blutabnahme gehen und einen großen Check machen lassen. Und das T4 auch mitbestimmen lassen. So kannst davon ausgehen, daß du unverfälschte Werte bekommst. Mit Ausnahme vom Glucose-Wert, der kann schon hoch sein, wenn du mit ihr nur beim TA rein schaust. Es werden daher in den Labors immer auch  Fructosamie bestimmt. Ein hoher Glucose-Wert alleine, sagt nichts  aus, da dieser unter Streß ansteigt. Ich kenne zwar deinen Kater nicht, aber in der Regel stressen TA-Besuche immer. Oft genügt schon das Verfrachten in die Transportbox...
Sollte dann noch immer das Kreatinin erhöht sein (und auch der Harnstoff in den oberen Bereich wandern), solltest sie schallen lassen. Wenn Cysten gefunden werden, wo eigentlich Nierengewebe sein sollte, erreichst mit erhöhter Flüssigkeitszufuhr eher das Gegenteil - besonders mit andocken an die Flasche. Diese Tiere trinken dann in der Regel von sich aus, trotz erhöhter Nierenwerte, nicht viel. Bei Naßfütterung sogar bis garnichts.

Laßt euch jetzt nicht gleich verrückt machen, sondern fangt mit einem großen Check in ein paar Wochen von vorne an und handelt euch ggf. weiter bis eine eindeutige Diagnose da ist. Ist halt leider alles gleich mit ordentlichen Kosten verbunden - aber was macht man nicht alles für den Liebling.

Alles Gute!

Offline Coonies

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #12 am: 03. September 2016, 20:58:14 »
Danke Henny, dass du dir sooo viel Mühe gemacht hast mit deiner Antwort. Danke auch für eine Tipps und Erfahrungswerte für den nächsten Tierarztbesuch. Ich werd das berücksichtigen, auch mit dem Schilddrüsenwert (ich hab mich eh gewundert, dass beim großen Blutbild kein Schilddrüsenwert erhoben wurde).

Bezüglich Futter sind die Meinungen halt sehr unterschiedlich. Ich verstehe unter hochwertigem Futter ein Futter ohne Getreide, ohne Zucker und Konservierungsstoffen mit hohem Fleischanteil. Dafür zahle ich auch gerne mehr. Aber wenn ich 4% Fleischanteil, Getreide und Zucker will, kauf ich nicht beim Tierarzt ein sondern im Supermarkt .... (bin kein Ernährungsspezialist, aber das sagt mir jetzt mein Hausverstand). 

Und NIERENDIÄT-TROCKENfutter widerspricht sich eigentlich von selbst - sollte Pflicht für Tierärzte sein, Patientenbesitzer darauf hinzuweisen, dass nierenkranke Katzen kein Trockenfutter fressen sollen und nicht nicht noch das Futter empfehlen. Finde ich. Es entscheidet letztlich eh jeder selber, wie er sein Tier füttert. Mein Freund sagt immer, Trockenfutter ist Junk Food für Katzen, weil sie sooo gierig drauf sind. Ich gebe es ihnen wider besseren Wissens und mit Bauchweh und inzwischen nur mehr in Miniportionen im Fummelbrett.

Katzen sind von Natur aus Fleischfresser, auch eine nierenkranken Katze frisst in der Natur eigentlich Mäuse und anderes Getier und hat keinen Zugriff auf phosphorreduziertes Diätfutter, aber wahrscheinlich wird sie in der freien Wildbahn gar nicht nierenkrank.

Aber wie gesagt, das muss jeder Tierbesitzer für sich selber wissen. Es ist halt anstregender sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, als eine Dose oder ein Packerl aufzureißen. Geht mir ja auch so, ich hab noch Spundus vor dem Barfen wegen der Berechnung der Supplimente und weil meine lieben Katzen sooo heikel sind und sobald irgendwas auf ihrem Fleisch ist, fressen sie es nicht mehr :-(((

Aber danke nochmals für deine Tipps - ich hab eh schon beschlossen nochmal Blutanschauen und Nierenschall - erst dann glaub ich daran. Im besten Fall ist er eh pumperlgsund.
Petra und Coonie Carpo

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #13 am: 04. September 2016, 12:39:50 »
Beim Geriatrieprofil ist das T4 dabei, beim großen Screening nicht, da muß es extra angefordert werden.

Jetzt bin ich neugierig, was bitte ist ein "Fummelbrett"?  :thinking:

Es gibt auch bei uns in der Früh und am Abend Naßfutter aus dem Supermarkt, aber Trockenfutter steht jederzeit zur Verfügung. Wenn der alte Nierenkater meint, es ist nicht das Richtige, dann setzt er sich hin und raunzt mich an - dann reiße ich ihm ein Renal-Naßsackerl auf und er ist zufrieden. Sie haben ihr Personal gut erzogen...  :alas:
Da unsere Tiger sowieso gefühlte hundertmal am Tag zu ihrem Buffet schreiten, könnte ich nicht behaupten, daß sie auf Trockenfutter wirklich abfliegen. Manchmal ist das Naßfutter interessanter, manchmal das Trockenfutter. Beim Trockenfutter ist halt auffällig, daß diejenigen, die es fressen sollen, genau zum richtigen Schüsserl gehen. Das zeigt mir schon, daß sie selbst am besten wissen was ihnen gut tut. Zumal wir dieses Phänomen bei einer Vorgängergeneration mit Nieren- und Leberdiät auch schon einmal hatten.

Beim Futter aus dem Supermarkt hast du keine Phosphorreduktion, welche bei Niereninsuffizienz absolut notwendig  ist. Da müßtest den Phosphatbinder extra dazu geben was die Sache gleich teurer macht und nicht gewährleistet ist, ob das Verhältnis zum jeweiligen Futter (Phosphatgehalt ist unterschidlich)  paßt, bzw. der Phosphatbinder von der Katze auch akzeptiert wird.
Im übrigen sollte man den Preis nicht 1 : 1 an den Inhaltstoffen messen - gerade Royal Canin und Hills investieren viel in Forschung die auch bezahlt werden muß. Analog der Pharmaindustrie, da liegt sogar der Hauptbrocken in der Forschung.

Der Vergleich mit Wildkatzen hinkt etwas. Die gefangenen Mäuse sind sicher nicht alle nüchtern und haben vermutlich auch Getreide im Magen - besonders in ländlichen Gegenden mit Feldern. Wildkatzen haben auch nicht die Lebenserwartung einer Hauskatze - die maximale Lebenserwartung der Wildkatze liegt bei 10 Jahren. Wenn im Alter von 7 Jahren ein Nierenproblem auftritt, wird sie diese 10 Jahre nicht erreichen. Auch weiß niemand was eine nierenkranke Wildkatze sich an Nahrung sucht - sie hat ja, zum Unterschied unserer Hauskatzen, die Möglichkeit der freien Wahl. Wir hatten eine (Hauskatze...), die ist abgeflogen auf Kartoffelschalen und kein Komposthaufen war vor ihr sicher.
Zum Thema Fleischfresser fällt mir auch unsere Frieda ein, die könnte ich gar nicht barfen weil sie rohes Fleisch generell ablehnt. Dafür holt sie sich des öfteren Backwaren jeglicher Art - vom getrockneten Schafbrot bis hin zu fertigen Kuchenböden.



Erkrankt eine Wildkatze, wird sie das Fressen so lange einstellen bis sich ihr Körper wieder entgiftet hat. Erst dann wird wieder Nahrung aufgenommen. Bei chronischen Erkrankungen werden die Abstände ihrer Fastenzeit immer länger und das Tier immer schwächer. Bevor es in der freien Wildbahn verendet, wird der geschwächte Körper von einem Beutegreifer verspeist. So gesehen kann leicht behaupten werden, es gibt keine nierenkranken Katzen unter Wildkatzen.

Generell bin ich der Meinung, sie wissen selbst am besten was sie brauchen und man sollte ihnen die Möglichkeit zur freien Wahl geben und sie nicht dazu zwingen Futter zu fressen, welches wir Menschen gerade für richtig halten. MpM  :kacsint2:


Offline Coonies

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Re: Kater hat Niereninsuffizienz - ich zweifle an Befund und Therapie
« Antwort #14 am: 04. September 2016, 13:13:21 »
Henny, das ist ein Fummelbrett: https://www.google.at/search?q=Fummelbrett+Katzen&espv=2&biw=1366&bih=643&tbm=isch&imgil=-TSJO1YVNrYRrM%253A%253BbkoZJg5KfLsEnM%253Bhttp%25253A%25252F%25252Fwww.einfachtierisch.de%25252Fkatzen%25252Fkatzenhaltung%25252Ffummelbrett-intelligenzspielzeug-fuer-die-katze-id40587%25252F&source=iu&pf=m&fir=-TSJO1YVNrYRrM%253A%252CbkoZJg5KfLsEnM%252C_&usg=__0oybT5_NbWo7BGjY_qZsd5MaX08%3D&ved=0ahUKEwim6aTIyfXOAhVB1ywKHXmNC9gQyjcIOQ&ei=6wDMV-bHHcGuswH5mq7ADQ#imgrc=-TSJO1YVNrYRrM%3A

Da müssen sie das Trockenfutter rausfummeln, das weckt den Jagd- und Spieltrieb und sie sind schneller satt.

Punkto Ernährung werden wir uns nicht einig, aber wie gesagt, muss jeder selber wissen.

Deine Meinung, dass Katzen das wählen was sie brauchen, zweifle ich stark an. Funktioniert ja auch bei uns Menschen nicht: Wenn ich meinen Freund (mit hohem Cholesterinspiegel) vor die Wahl stelle Schweinsripperl oder Gemüseauflauf, was glaubst, was er wählt? Und was riecht appetitanregender? So seh ich das auch bei den Tieren und im Trofu sind genug Lockstoffe drin. Auch wenns Fummelbrett schon längst leer ist, riecht es noch nach Futter und da sitzt der Katzer noch stundlang und fummelt und versteht nicht, warum nix mehr kommt :-)

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