Autor Thema: Trauerbewältigung  (Gelesen 4972 mal)

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Offline Lucy

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #15 am: 19. Februar 2014, 13:33:11 »
Ich finde auch, dass man Trauer auf jeden Fall zulassen soll und es ist wichtig, dass man darüber sprechen kann. Wie oft hört man denn: " ach, jetzt kannst du aber schon mal ruhe geben...ist doch schon so lange her...etc." Hör nicht auf diese Menschen, sie haben sicher noch nie getrauert. Als wir unseren geliebten Kater Davis sehr jung gehen lassen mussten, hat mich eine Nachbarin einen Tag danach gefragt, ob wir uns eh wieder einen "Neuen" nehmen. Das tat weh, obwohl sie es wahrscheinlich nicht böse gemeint hat. Das ist jetzt 8 Jahre her und es lebt auch ein anderen Kater wieder bei uns, aber bei dem Gedanken an Davis kommen meinem Mann und mir noch immer die Tränen.

Das Trauern um ein Tier ist für mich teilweise mit dem Trauern um einen Menschen vergleichbar. Ich erlebe es seit mehr als einem Jahr selbst mit. Mein Cousin kann den Tod seiner Mama vor fast 1,5 Jahren noch nicht überwinden. Wir telefonieren sehr oft miteinander, und er fühlt sich dann besser, weil er mit mir darüber reden kann. Viele in seinem Umfeld können "es schon nicht mehr" hören. Er lebt in Berlin, daher telefonieren wir. Aber ich merke, dass jetzt langsam die Zeit kommt, wo er loslassen kann und das Geschehene akzeptieren kann. Der Schmerz bleibt immer, aber es wird leichter.
Carmen, Roman, Leo & Dackeline Lucy, unvergessen unser Kater Sammy
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(Albert Schweitzer)

Offline Nicora

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #16 am: 19. Februar 2014, 14:04:59 »
Ich hatte, bevor Noah aus Nitra und jetzt Neela (leila) aus Lucenec zu mir kamen, einen an kopftumor erkrankten Wuff, für mich persönlich war es nicht leichter, da man jeden Tag, jede Minute und Sekunde damit lebt wie lange es noch gut geht und sein Leben noch lebenswert ist und weil man bei kranken Tieren selbst die Entscheidung treffen muss wann man sie erlöst, aber man geniesst die Zeit doch anders mit dem Tier die einem noch bleibt, lebt sie  intensiver.
Als ich meinen Wuff erlöste sass ich dann noch stundenlang neben ihm und streichelte ihn, es war irrsinnig schwer für mich ihn los zu lassen auch wenn ich wusste dass er mir zu verstehen gab das die Zeit gekommen war, ich wollts nicht wahrhaben, fand es so unfair das gerade mein Hund erkranken und dadurch Leid ertragen musste, verfluchte die Menschen die sich nie um ihre Tiere was pfiffen und die nie in so eine Situation kommen.

Bei mir dauerte es sehr lange  keine Tränen mehr zu vergiessen, nur sein Körberl und die Spielsachen von ihm räumte ich gleich weg, habs nicht ertragen sie zu sehen, aber irgendwann kommt die Zeit wo man wieder mit einem Lächeln in Erinnerungen versinken kann.
Ich trage heute noch seine letzte Hundemarke in meiner Geldbörse und er wird immer mein Herzenshund bleiben, egal wieviele noch nach ihm kommen.

Für mich ist Trauer auch sehr wichtig, je grösser der Schmerz, desto grösser die Lücke die sie hinterlassen und für mich ein Zeichen wie wertvoll sie für uns waren.
Ich bin genauso der Meinung, nicht wie lange, sondern wie hat das Tier leben dürfen und euer Freddy hat soviel erleben dürfen, hat sein Hundeleben geniessen können was anderen leider ihr ganzes Leben lang verwehrt bleibt.
Freut euch, dass ihr ihn kennen lernen durftet, das ihr ein Teil seines Lebens gewesen seid und das er mit diesem Gefühl das er Menschen gefunden hat die ihn lieben, gehen konnte.
Ich kann sehr gut verstehen wie es euch jetzt ergeht und eure Trauer nachvollziehen und ich schicke euch ganz viel Kraft für die nächste Zeit!



Offline dragonfly

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #17 am: 19. Februar 2014, 18:18:32 »
mein lieber familienhund ist nun schon drei jahre tot, ich musste ihn mit 14,5 jahren von seinen altersleiden erlösen lassen, es ging einfach nicht mehr. "django" begleitete meine kinder beim großwerden und mit ihm ging für mich auch eine ära zu ende, da meine kinder nun auch erwachsen sind und mich nicht mehr brauchen.... ich muss oft noch an diesen hund denken, auch der letzte gemeinsame tag und der abschied fällt mir oft ein, ich denke, zwischendurch werd ich immer mal etwas traurig sein aber gleichzeitig bin ich sehr froh und dankbar, dass ich so einen hundebegleiter hatte. ich glaube, wir müssen uns das ganze leben hindurch daran gewöhnen, dass das leben endlich ist und wir nichts wirklich festhalten können. erst diese abschiede machen uns klar, wie kostbar jeder tag des lebens ist und wie sehr wir die zeit mit unseren lieben geniessen sollen.


sigrid

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Offline Tirolerin

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #18 am: 19. Februar 2014, 22:40:23 »
Jeden Tag fragt mich wer anderer wie es meinen Hunden geht: Die Bäckerin, die Kunden, die Patienten sogar teilweise (Stammkunden),... Früher hab i gesagt gut und das Thema war erledigt. Jetzt merkt man mir gleich an was los ist oder ich heul gleich schon.

Meine Mama hat schon gesagt, dass es sie vor diesem Tag gegruselt hat. Ich hab gar nie an sowas gedacht. Immer wenn's gefährlich sein kann an der Leine, brav gefolgt extra immer ins Grüne gefahren damit sie toben und laufen können und dann das! So ein sch...

Danke für eure Antworten. Es ist einfach schwer zu akzeptieren dass er aus der Blüte seines Lebens gerissen würde, dass uns nicht mehr Zeit vergönnt war.

Offline E.T.

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #19 am: 20. Februar 2014, 21:16:02 »
Tirolerin ich kann so gut nachfühlen wie es Dir geht. Unsere Nomi (sie war aus Illatos) war auch erst 2 Jahre, als sie ins Auto gesprungen ist. Das Bild wie sie tot am Boden gelegen ist, und das Gefühl wie ich sie nach hause getragen habe, werde ich wohl nie vergessen. Dabei habe ich immer aufgepasst, dass meinen HündInnen ja nichts passiert. Es passieren Unfälle, diese Unfälle sind vorbestimmt, wir sind nicht allmächtig um sie verhindern zu können.
Schmerz, Selbstvorwürfe und die Frage nach dem Warum nagen wohl immer nach so einem Ereignis. Es wird besser, aber es dauert.
Alles Liebe
Anni
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Offline Petra aus Linz

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #20 am: 20. Februar 2014, 23:10:42 »
Liebe Michi, mir hat nach dem Tod meiner geliebte Schäferhündin das Buch " Es ist doch nur ein Hund" streckenweise sehr geholfen, um "gut" trauern zu können.
LG Petra+Elena+Jordy+Cats

Offline Tirolerin

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #21 am: 21. Februar 2014, 00:11:25 »
Danke für den Tipp hab bei Amazon reingelesen.

Zum Glück hät mich niemand blöd angeredet und a niemand gesagt es war ja nur ein Hund.
Jeder der mich kennt, weiß, dass meine Hunde meine Welt sind. Es war sogar eher das Gegenteil, viele haben mit mir geweint, die besten Freunde, meine Mama, Oma, mein Arbeitskollege der mit mir Freddy gefunden hat, Tom und ich.

Aber was ich gefunden habe war nicht Freddy es war nur sein Körper aber seine Fröhlichkeit, Lebendigkeit, Freundlichkeit,... es war weg - er ist tot. Wo ist er hin? Es ist einfach so schwer zu glauben.
Hab mit meiner Cousine viel geschrieben die wohnt in Gran Canaria. Sie ist ganz ein besonderer Mensch und ist überzeugt davon, dass die Seele weiterlebt und nur den Körper verlassen hat. Zu ihr kommen auch viele Menschen und sogar meine Leute sagen, dass es im Haus von meiner Cousine spukt. Keiner weis was danach ist. Ich hoffe nur, dass es ihm gut geht wenn es sowas gibt. Hatte mal ein Praktikum in einem Hospiz und die Krankenschwestern dort haben alle an die Seele geglaubt, an die Wiedergeburt,... Haben so komische Geschichten erzählt... Mir ist das ganze etwas unheimlich deshalb will ich damit nix zu tun haben. Aber mir hilfts ein bisschen. Ein Buch über Nahtoderlebnissen hab ich auch schon gelesen war auch sehr interessant und irgendwie ist da auch rausgekommen, dass die Seele getrennt ist vom Körper. Irgendwann werden wir's eh alle selber erfahren.

Jetzt muss ich euch noch erzählen was das 7jährige Nachbarsmädchen gesagt hat:
Wo ist Freddy?
Im Hundehimmel.
Warum?
Er ist am Berg abgestürzt.
Ich bin auch schon oft abgestürzt und leb noch.
Ja er ist aber weit abgestürzt.
Kommt jetzt das Jugendamt?
Warum? Das Jugendamt kommt zu Kinder.
Du hast gesagt deine Hunde sind deine Kinder. (Das war irgendwann meine Antwort als sie fragte ob ich Kinder will.)

Sie kommt leider aus keinen so guten Verhältnissen und ist oft bei mir.

Offline E.T.

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #22 am: 21. Februar 2014, 11:21:08 »

Jetzt muss ich euch noch erzählen was das 7jährige Nachbarsmädchen gesagt hat:
Wo ist Freddy?
Im Hundehimmel.
Warum?
Er ist am Berg abgestürzt.
Ich bin auch schon oft abgestürzt und leb noch.
Ja er ist aber weit abgestürzt.
Kommt jetzt das Jugendamt?
Warum? Das Jugendamt kommt zu Kinder.
Du hast gesagt deine Hunde sind deine Kinder. (Das war irgendwann meine Antwort als sie fragte ob ich Kinder will.
Sie kommt leider aus keinen so guten Verhältnissen und ist oft bei mir.

Rührende Geschichte, und es ist schön, dass dieses Mädchen zu Dir kommen kann.
Anni
  mit E.T. und den ATN Hündinnen Nelly, Nuri, Noti, Tinki  und Minni

Offline Lucy

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #23 am: 21. Februar 2014, 12:04:39 »
Ich finde es auch schön, dass dieses Kind zu dir kommen kann !
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Offline eva2454

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #24 am: 24. Februar 2014, 19:03:58 »
Viel Kraft in dieser schweren Zeit!

 :kerze:
Ich hoffe zuversichtlich, im Himmel meinen Hunden wieder zu begegnen.

------

Es geht nicht darum, ob sie denken können oder ob sie sprechen können.
Es geht einzig und allein darum, ob sie leiden können!

Offline Apollo

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #25 am: 27. Dezember 2014, 15:12:38 »
 :kerze:
Seelenhunde hat sie jemand genannt...
jene Hunde, die es nur einmal geben wird im Leben,die man begleiten durfte
und die einen geführt haben auf andere Wege.
Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum Atmen.
Kein Tag wird vergehen, ohne an sie zu denken und ohne sie zu vermissen.
Nur Hundemenschen können verstehen, wie es ist,einen Hund zu verlieren...   :12:
Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere, entweder man hat eines, oder man hat keines!!! :8:

Offline Teufel9999

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #26 am: 29. Dezember 2014, 09:16:29 »
Die Zeit heilt nicht die Wunden,man lernt damit zu Leben. Dieser Spruch trifft es 100%ig. Manche meiner Tiere sind schon lange gestorben, doch verkraftet habe ich es trotzdem nicht.

Es ist schlimm, wenn ein Hund einfach so weg ist. Abgestürzt oder durch ein Auto. Das finde ich - persönlich - sehr schlimm. Denn das sind Momente auf die du dich nicht einstellen kannst.

Ist ein Tier krank und alt, weißt du dass die Zeit begrenzt ist und du kannst Abschied nehmen. Aber einfach so aus dem Leben gerissen....

Lass deine Gefühle einfach los und weine so lange und so oft du willst. Nur dann kann dein Herz irgendwann mit dem Verlust umgehen.

Und egal was irgendwer irgendwo sagt ...... unsere Tiere gehören zu unserem Leben, sie sind unser Halt, unsere Liebe gehört ihnen und egal ob jemand sagt: "Es war doch NUR ein Tier." Egal..... hör auf niemanden.

Kopf hoch, irgendwann wird der Schmerz leichter. Aus Erfahrung kann ich nur sagen, verschwinden wird er leider nie.  :not:

Es geht euren Tiere gut, sie sind über der RBB, daran glaube ich fest, auch wenn manche darüber lachen. Irgendwann sehe ich sie alle wieder, kann sie umarmen, küssen und drücken.

lg
Tatjana
Magie: ist der Moment in dem ein Tier erkennt, dass seine Schmerzen vorbei sind und dir sein unbegrenztes Vertrauen und seine unbegrenzte Liebe zukommen lässt. This is magic!!!!

Offline Tirolerin

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #27 am: 01. Januar 2015, 11:16:20 »
Danke für eure wahren Worte!

Ende Jänner ist es ein Jahr her. Denke noch jeden Tag an ihn.
Er war einfach unser perfekter Hund. Hat so gut mit unserer Zicke harmoniert und war unser Gutelauneboy.
Ein so plötzlicher und tragischer Unfall ist wirklich schwer zu akzeptieren.