Autor Thema: Trauerbewältigung  (Gelesen 4773 mal)

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Offline Tirolerin

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Trauerbewältigung
« am: 18. Februar 2014, 21:14:07 »
Wollte euch mal fragen wie es euch nach dem Tod eures Hundes gegangen ist?

Mich überkommt es noch immer min. 1x am Tag und ich heule wie ein Schlosshund.
Kann's einfach nicht glauben, dass wir jetzt nur mehr Asche haben statt unseren lebensfrohen Sonnenschein. Er fehlt mir so sehr und es tut richtig im Herzen weh. Vor allem wenn dieses Lied im Radio läuft dann ist ganz aus: http://m.youtube.com/watch?v=BFH5ZjMKN08

Das trifft's so genau. Wir haben einen Grund gekauft und werden bauen und evtl. kommen auch irgendwann Kinder. Wir haben Freddy überall eingeplant und jetzt ist er nicht mehr da - es ist einfach nur furchtbar.

Offline Ginangel

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #1 am: 18. Februar 2014, 22:00:31 »
Michi, ich hab schon feuchte Augen bekommen wie ich das Foto von euch beiden gesehen habe. So ein tolles Bild - solches Vertrauen und soviel Liebe zwischen euch...

Jetzt hab ich noch das Video angeschaut, und jetzt heul ich wie ein Schlosshund. Es ist so treffend dass es weh tut.

Ich kann dir nichts raten wie man den Tod seines Hundes bewältigen kann. Nur dir wünschen dass es mit der Zeit besser wird, und statt dem Schmerz nur noch die vielen schönen Erinnerungen bleiben.

Dein Linksabbieger hat bei euch das allerbeste Zuhause gehabt das sich ein Hund nur wünschen kann, und ziemlich sicher war es die schönste Zeit seines Lebens. Es gibt den Spruch, dass es nicht wichtig ist WANN man stirbt, sondern WIE MAN GELEBT HAT. Ich hätte Freddy und euch viel mehr Zeit miteinander gewünscht. Aber ich bin mir sicher dass er jeden Moment mit euch genossen und voll ausgekostet hat.
Angelika + die Tatzen und Pfoten ;-)

Offline Petra_L

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #2 am: 18. Februar 2014, 22:19:12 »
Ginangels Worte find ich total schön:
es ist nicht wichtig WANN man stirbt, sondern WIE MAN GELEBT
Ihr wart sein Leben. Manchmal meint es das Schicksal anders als wir es uns wünschen

Ich selber hab noch keinen meiner Hunde verloren. Meine Mutti hat vor einem Jahr ihren Idefix verloren. Noch heute hat sie Tage wo sie noch weint. Aber es wird besser  :grave:

Fühl dich gedrückt
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Offline E.T.

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #3 am: 18. Februar 2014, 22:56:30 »
Vor über 3 Jahren ist meine Herzenshündin Nomi (Mops-Pinschermischlingshündin) neben mir an der Leine sitzend in ein langsam vorbeifahrendes Auto gesprungen, sie war sofort tot, es war schrecklich. 2 Monate habe ich nur geheult. Dann habe ich Pflegehündinnen aufgenommen, damit ist es mir besser gegangen. Es wird mit der Zeit leichter, trotzdem kommen mir auch heute noch manchmal die Tränen. Ein schneller Unfalltod ist wahrscheinlich ein "schöner Tod", für uns Hinterbliebene aber wesentlich schwerer zu verkraften, als wenn wir einen Hund bei seiner Krankheit begleiten. Und ich glaube daran, dass alles im Leben einen Sinn hat, ich glaube auch zu wissen warum Nomi gehen musste bzw. warum sie mir weggenommen wurde (wie habe ich gehadert). Und so sage ich heute mit leiser Traurigkeit: Es ist schon in Ordnung, dass es so gekommen ist.
Wünsche Euch alles Gute, Trost und viel Kraft.
Anni
  mit E.T. und den ATN Hündinnen Nelly, Nuri, Noti, Tinki  und Minni

Offline Tirolerin

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #4 am: 18. Februar 2014, 23:05:08 »
Das ist echt nett gesagt und stimmt sicher aber trotzdem ist es unfair.

Ich habe immer Tiere an meiner Seite gehabt, Hamster, Meerschweinchen, Hasen, zutraulicher Wellensittich, Opas Hund (wir wohnten im selben Haus)...

Alle meine Tiere sind alt geworden und leider gehört der Tod dazu. Ich hab auch in meinem Beruf immer wieder damit zu tun und dachte mir ich kann damit umgehen. Die anderen Tiere sind alt geworden und hatten Schmerzen. Für die war das Leben nicht mehr schön und der Tod eine Erlösung. Mein Hase springt mit 11 Jahren noch im Garten umher. Aber Freddy war mitten im Leben. Ich werde nie vergessen wie ich ihn gefunden habe, er war schon leicht mit Schnee bedeckt. Er tat mir sooo unendlich Leid und keiner war da als er gehen musste. Ich glaube es ging schnell weil wir ewig suchten am richtigen Ort und nie etwas hörten. Es ist einfach nur schrecklich  :20:

Offline Branca

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #5 am: 18. Februar 2014, 23:11:02 »
Ich habe es bei den beiden Hunden die ich verloren habe auch ganz unterschiedlich empfunden.Bei dem einen wussten wir schon Jahre vom Krebs und konnten uns langsam verabschieden als es dann die letzten Monate bergab ging,das machte das trauern leichter,auch das wir ihn einschläfern liessen als er anfing für uns gefährlich zu werden,aufgrund der Schmerzen.Den anderen Hund verloren wir auch ganz plötzlich aus heiterem Himmel an Krebs,er hatte mit 11 jahren einen Kollaps und musste dann nach der Diagnose in der Klinik  eingeschläfert werden.Vorher war er fit wie ein Turnschuh,keinerlei Symptome.Das ging auch von jetzt auf gleich und war einfach heftig,ich habe richtig lange,eigentlich Jahre gebraucht um darüber hinweg zu kommen.Aber jeder findet andere Wege damit fertig zu werden,ich habe viel gemalt und auch Skulpturen gemacht in dieser Trauerphase.Ich hatte noch lange das gefühl das er mich beschützt und irgendwie begleitet,unsichtbar an meiner Seite ist.
Alles Wissen,die Gesamtheit aller Fragen und Antworten steckt im Hund.            (Franz Kafka)

Offline Katzenmama

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #6 am: 18. Februar 2014, 23:14:38 »
Ich verstehe dich gut und es ist schrecklich, dass Freddy so früh von euch gegangen ist......... Manche Dinge kann man nicht verstehen oder erklären...... Wenn jemand so unerwartet geht braucht man einfach länger bis man es verarbeiten kann. Bei längerer schwerer Krankheit trauert man schon vor dem Tod des geliebten Wesens......
Es ist normal dass du leidest.

Dein Schmerz wird nachlassen. Aber das braucht Zeit.

Mitfühlende Grüsse aus dem fernen Wien!
Andrea mit Biene, Maja und Boni
Über der Regenbogenbrücke: Mira und Melina (Lini)

Offline Petra_L

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #7 am: 19. Februar 2014, 00:26:24 »
Ich glaub es ist beides a schas - ob es nun schnell (Unfall) passiert oder wissend weil er krank is
Es ist einfach furchtbar wenn sie uns verlassen
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Offline sabine p

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #8 am: 19. Februar 2014, 01:44:07 »
Mir gings vor ca 5 Jahren ähnlich: Meine geliebte Katze Rosi musste in hohem Alter wegen einem Lymphom erlöst werden, ein Monat später ist meine Stute 13 jährig - gefühlsmäßig viel zu jung - unerwartet einen Tag nachdem ihr erstes Fohlen geboren wurde an den Komplikationen gestorben. 
Schlimm war beides. Man tröstet sich mit den Gedanken "war schon alt" bzw. "ist in ihrem glücklichsten Moment gestorben" aber es ist  kein Trost
Bei mir hats lang gedauert und ein Teil trauert noch immer.
Gleichzeitig bin ich älter geworden - ich versuche u.A. zu akzeptieren, dass das Leben nicht planbar ist (Grund - Haus - Kinder - gestorben wird im passenden Alter ... ) unsere tierischen Begleiter sind dabei ohnehin unsere Lehrmeister und gehen uns in diesem Sinne nur ein paar Schritte voraus. 
Irgendwie und irgendwann werden sich die getrennten Wege wieder vereinigen.

Offline Nikita-Roxy

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #9 am: 19. Februar 2014, 07:02:23 »
das Foto geht echt mitten ins Herz

Offline Dagmar D

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #10 am: 19. Februar 2014, 07:42:41 »
Liebe Tirolerin,
euer Verlust geht mir sehr ans Herz. Aber ihr macht es doch genau  richtig,nämlich richtig  zu trauern.
übermorgen vor einem Jahr starb mit nur 6,5 Jahren unser Alex, er legte sich im Garten neben meinem Mann hin und war einfach tot. Ohne Vorwarnung, ohne Vorerkrankung.
Noch nie zuvor sah ich meinen Mann weinen.
Ich sagte: nie wieder ein  Hund! 2 Monate später bekamen wir unseren Maros aus Nitra, und vor einem Monat Lysha aus Melky Veder.
Ich denke, dass es bei der Trauerbewältigung hilft, anderen Tieren zu helfen, so wie ihr es auch  tut. Heute noch weine ich oft aus heiterem Himmel, wenn mich eine Situation an ihn erinnert. Aber manchmal schon erinnern wir uns schmunzelnd an ihn. Und es wird schon einfacher. Aber dass wir unseren Maros immer noch manchmal Alex rufen... Das wird sich glaub ich nicht mehr ändern. Ist aber auch gut so...
Ich wünsche euch alles erdenklich Gute!
Liebe Grüße
Dagmar

Offline Lucy

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #11 am: 19. Februar 2014, 08:54:42 »
Ich bin zutiefst berührt von eurem Verlust..... ;(
Carmen, Roman, Leo & Dackeline Lucy, unvergessen unser Kater Sammy
Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, sondern Leben inmitten von Leben, das auch leben will!
(Albert Schweitzer)

Offline tina zippenfennig

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #12 am: 19. Februar 2014, 10:00:35 »

Michi, ich fühl mit euch!
Es wird noch lang wehtun, das ist auch gut und richtig so, denn Freddy war ein Teil eures Lebens. Doch es kommt die Zeit, wo die schönen Erinnerungen an ihn die Oberhand bekommen und ihr akzeptiert, dass es einfach Schicksal war, dass er gehen musste.
Ich weiß, das ist leicht gesagt und so schwer getan!

Ich bin auch zutiefst traurig, denn ich weiß, dass mein Lucky morgen mittag über die Regenbogenbrücke gehen wird. Ich musste diese Entscheidung treffen, denn er hat mir zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr kann! Es ist fürchterlich, Herr über Leben und Tod zu sein, doch diese Entscheidung kann mir niemand abnehmen. Wir haben alles versucht, doch ihn nur noch dahinvegetieren zu lassen, das hat er nicht verdient und ich hab ihm versprochen, dass er nicht leiden muss. 14 Jahre ist er mein Begleiter in guten und schweren Zeiten, er ist mein Herzenshund und ich liebe ihn sehr, gerade deshalb habe ich für ihn diese so schmerzliche Entscheidung getroffen. Er kann seinen Weg daheim mit mir, Jürgen, Chiron, Miri und Stella gehen und ich wünsche mir sehr, dass ich die Kraft habe, ihn im richtigen Moment loszulassen.

Trauert so lange wie ihr es braucht, Trauer ist wichtig für das Herz und die Seele, seine Liebe werdet ihr immer spüren, da bin ich ganz sicher!
Alles Liebe für euch,
Tina
Tina, Jürgen,  Katzen Stella, Schnecki und MausMaus, Chiron und Betty!
Lucky, Miri , Brisco und Nanouk für immer in unseren Herzen!

"Nur mit dem Herzen sieht man gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"

Offline Tirolerin

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #13 am: 19. Februar 2014, 12:16:48 »
Oje Tina, dass tut mir Leid!
Aber er hatte ein langes und bestimmt schönes Leben bei euch.
Natürlich ist es immer schwer Abschied zu nehmen. Aber genau so hätte ich mir das für meine Hunde gewünscht. Was gibt es schöneres als mit hohem Alter im Kreise seiner Liebsten, im warmen Haus zu gehen. Ich finde du entscheidest dich da nicht für Leben oder Tod sondern für Leiden oder Erlösung.

Ich arbeite auf der Notaufnahme (Neuro + Medizin) und es haben schon mehrere todkranke Menschen mich gefragt ob ich sie nicht Erlösen kann "sie brauchen mir einfach nur etwas spritzen". Gewisse Menschen kann ich sogar verstehen wenn sie soetwas sagen. Aber es ist verboten, der Mensch muss leiden. Das Tier in diesem Zusammenhang zum Glück nicht.

Ich hingegen weiß nicht ob unser Freddy leiden hat müssen und er musste alleine sterben, viel zu früh in einer Felswand. Ich hab immer dieses Bild vor mir wie er übermütig herumtollt und dann ins leere tritt. So muss es gewesen sein. Und dass ist so schlimm für mich, dass ich ihn nicht beschützen könnte. Ich war nicht mal dabei, ich hatte Dienst. Dann denk ich mir was wenn ich frei gehabt hätte, was wenn man einfach an dem Tag woanders spazieren gegangen wären,... Leider ist es so und nicht anders aber ich kanns so schwer akzeptieren.

Aber neben einen überfahren ist auch schlimm und die Mamastute   ;(

Offline Gabriela

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Re: Trauerbewältigung
« Antwort #14 am: 19. Februar 2014, 12:23:10 »
Ich glaube, das Schlimmste daran sind die Vorwürfe, die man sich macht. Ich hab auch einen jungen Hund verloren. Eigentlich war er schon vermittelt, aber durch eine absolut blöde Verkettung von Umständen musste er sterben. Obwohl "nur" Pflegehund, war er doch auch mein Seelenhund. Ich hab zwei Wochen nur durchgeheult und auch jetzt - vier Jahre später - kommen immer noch die Tränen in manchen Situationen. Das Ärgste waren meine eigenen Vorwürfe: hätte ich doch nur und wäre ich doch nur .....  Was mir am meisten geholfen hat, war zu akzeptieren, dass ich es nicht vorhersehen konnte, dass ich zum damaligen Zeitpunkt alles versucht habe richtig zu machen. Ich versteh zwar immer noch nicht den Sinn dahinter, aber ich habe gelernt, dass wir mit unseren begrenzten Sinnen nun mal nicht alles verstehen können. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es später einmal - im nächsten Leben - nicht mehr wichtig sein wird. Was wir jetzt wichtig nehmen wird einen anderen Stellenwert bekommen und das, was uns jetzt so sehr verletzt, wird sich in ein großes Gesamtbild fügen und ganz besonders wertvoll werden.
Es schmerzt trotzdem - aber auch das habe ich gelernt zu akzeptieren.
Und ich habe noch etwas gelernt: Es gibt in unserem Leben nicht nur einen einzigen Seelenhund, sondern dieses Geschenk wird uns öfter gemacht.

Trauer ist wichtig und Tränen sind wichtig. Und irgendwann ist man dann so weit, dass man es akzeptieren kann - auch wenn mans in diesem Leben nie verstehen wird. Der Schmerz wird immer kleiner, aber er wird immer irgendwo in unserer Seele bleiben, aber wir können dann damit leben und er macht uns stärker und weiser. Und schließlich ist es auch genau das, was uns ausmacht - wir sind zutiefst fühlende Wesen. Und könnten wir den großen Schmerz und die tiefe Trauer nicht fühlen, könnten wir auch keine Liebe empfinden.
Wer ein Leben rettet, rettet die Welt.  (Talmud)