Autor Thema: Erziehungshilfe  (Gelesen 4046 mal)

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Offline Nicora

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #15 am: 13. Dezember 2016, 17:25:48 »
hallo, Neela war zu Beginn genauso, sie zerbiss mir einen Esstischstuhl, kaute ein 50x50cm grosses Loch in die Ledercouch und zerstörte noch vieles mehr..... die Liste wĂŒrde hier zu lange werden :-))))
Strenge hilft da nicht weiter, sondern man muss heraus finden ob es Stress/Frust oder Verlassensangst ist das der Hund sich so verhĂ€lt, wir filmten unsere zwei wĂ€hrend wir nicht zu hause waren, das hilft sehr um zu erkennen ob sie Stress oder Ängste haben.
Bei Neela war es vermischt, einerseits hatte sie ja unseren RĂŒden Noah wenn wir ausser Haus gingen aber sie verzweifelte wenn sie uns gehen sah,somit waren wir ihr wichtiger als der Zweithund.
Wir begannen dann auf Anraten unseres Trainers mit BachblĂŒten und einer sehr grossen Kauwurzel (ich betone gross !! da viele den Tipp geben dem Hund wenn er alleine ist Kauknochen zu geben damit er beschĂ€ftigt ist, da kann aber sehr viel passieren,also immer nur etwas geben an dem sich der Hund nicht verschlucken kann!!!), alle Rollos wurden runter gelassen um optisch den Raum zu verkleinern und das Radio wurde auch aufgedreht damit die Aussenreize nicht so hörbar waren.
Dann kam dazu dass Neela noch nie lÀufig war und unser Trainer versicherte uns das es ganz sicher um vieles weniger wird wenn sie mal lÀufig war und genauso war es dann auch.
Vielleicht ist es bei dem von dir beschriebenen Hund genauso, 1 Jahr... also evtl. pubertĂ€r wo die Hormone zusĂ€tzlich Stress auslösen und verrĂŒckt spielen.
Hat er nur VerlassensĂ€ngste hilft langsames trainieren ihn immer wieder fĂŒr ein paar Minuten allein zu lassen und die Zeit dann zu steigern, sodass der Hund merkt man kommt doch immer wieder zurĂŒck.
Hat er aber Stress und Frust weil er alleine bleiben muss wĂŒrde ich bevor man das Haus verlĂ€sst eine ausgiebige Runde mit ihm drehen, aber nichts tun was ihn noch mehr hoch dreht sondern einfach gemĂŒtlich spazieren gehen und dann im Haus in sein Körbchen altes getragenes T-Shirt von den Besitzern legen damit er den Geruch bei sich hat.
Auspowern wĂŒrd ich ihn erst wenn alle zuhause sind und nicht mehr weg gehen,er also nicht alleine danach bleiben muss und so lernt zu entspannen.

Offline Tipsy

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #16 am: 14. Dezember 2016, 08:34:10 »
Wie wurde denn dem Hund das alleine bleiben gelernt?

Gerade bei Hunden die Probleme zeigen ist es gaaanz wichtig minutenweise zu beginnen. Wirklich nur zum Postkasten und retour.Und dann ganz langsam steigern.
Und auch wenn ein Hund z.B. schon brav alleine geblieben ist - Wohnungsumzug oder Besitzerwechsel genĂŒgen manchmal, dass man wieder von Vorne beginnen muss.

Box (aber Hund zuerst daran gewöhnen) oder zumindest Raum begrenzen könnte man auf jeden Fall versuchen.
GrundsĂ€tzlich sind Labradore dafĂŒr bekannt mit dem allein bleiben die ersten 2 Jahre Probleme zu haben. Wie alt ist der Hund?

BezĂŒglich Auslastung - grundsĂ€tzlich natĂŒrlich wichtig, keine Frage.
Aber Überlastung hat die selben Symptome wie Unterforderung......also einfach mal Überlegen ob der Hund grundsĂ€tzlich genug Ruhephasen hat. Auch das Nichtstun will gelernt sein!

Ich wĂŒrde wirklich mit ganz kleinen Schritten neu beginnen.....und den Hund wenn er im Moment wirklich mal nicht mit kann zu einem Sitter geben.
WĂŒnsch Euch alles Gute!

Gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht Àndern kann. Gib mir den Mut die Dinge zu Àndern, die ich nicht akzeptieren kann. Und gib mir die Weisheit zwischen beiden unterscheiden zu können!!!

Online leilani

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #17 am: 14. Dezember 2016, 09:33:11 »

er wird im februar 1 jahr!!!!!!

Offline micky

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #18 am: 14. Dezember 2016, 10:01:19 »
Also ich finde die Situation seeehr krass. Leider ist es oft so, daß sich im Lauf der Zeit viele kleinere MissverstĂ€ndnisse und Fehler summieren, bis es dermaßen eskaliert. Diese passieren gerade im Zeitraum Welpen-/PubertĂ€tsphase. Eine Ferndiagnose ist immer schwierig, aber ich wĂŒrde aus der Beschreibung auch eher auf Unterforderung (Arbeitslinie?!?!), auf Fehler in der Alltagserziehung und mangelnde Strukturen tippen, sofern körperlichen Ursachen ausgeschlossen sind.
Ich wĂŒrde zu einem kompetenten Hundetrainer raten, der sich vor Ort die Gesamtsituation anschaut.
michi & suki, momo, mimi, smoky, pepsi, morli, freddy & rocco

Offline Chiquita28

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #19 am: 14. Dezember 2016, 17:33:56 »
Meine letzte PflegehĂŒndin hat das auch gemacht. An der Wand geleckt, gekratzt, den TĂŒrstock und jedes Plastik/jeden Karton angeknabbert. Auch die Pölster und Decken wurden zerlegt. Zuerst habe ich Calcium fĂŒr sie besorgt. Man sagt ja, dass Hunde, die an der Wand lecken, einen Calciummangel haben können. Ein bisschen gebessert hat es sich, aber das Knabbern bzw. Nagen blieb trotzdem. Ihr Hirschgeweih nahm sie zwar ab und zu, aber es war kein passender Ersatz. RinderhautstĂŒcke hatte sie in null komma nichts aufgefuttert. Ich hab ihr nach kurzer Zeit eine Box besorgt, nur leider war die nicht wirklich stabil und so wurde die TĂŒre gleich mal durchlöchert (da war sie aber noch gar nicht zu, sondern nach oben geklappt). Jedenfalls ließ ich ihr die offene Box als RĂŒckzugsort. Sie lag sehr gern darin aber richtig aufgehört hat ihre Unruhe nie. Gegen Ende lag sie dann sogar auf der Box  :71: Ich bin mir fast sicher, dass es bei ihr an der fehlenden Auslastung lag. Gewöhnliche SpaziergĂ€nge konnten sie nicht mĂŒde machen. Sie brauchte stĂ€ndige geistige Herausforderung - ein wahnsinnig intelligenter, aufmerksamer Hund mit ca. einem Jahr. Jetzt im neuen Zuhause darf sie mit in die Arbeit und das bietet ihr sehr viel Abwechslung. Auch darf sie jetzt aufs Sofa, was ihr bestimmt auch gefehlt hatte (die NĂ€he zum Menschen). Bis jetzt (das sind jetzt ca. 3 Wochen) hab ich noch nicht einmal gehört, dass sie etwas angeknabbert hĂ€tte! Bin auch der Meinung, dass man dem Hund eine interessante, regelmĂ€ĂŸige Aufgabe bieten sollte. Weniger Ball spielen und rennen lassen und dafĂŒr mehr das Köpfchen einsetzen.
Sei du selbst die VerĂ€nderung, die du dir wĂŒnscht fĂŒr diese Welt. (Gandhi)

Offline Simone1986

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #20 am: 15. Dezember 2016, 12:46:29 »
Vielen lieben Dank fĂŒr eure Antworten.

Jimmy ist aus keiner Arbeitslinie.
Er wird fast nie (höchstens mal eine halbe Stunde) alleine gelassen.
Die Kinder sind echt toll und wissen auch wenn er seine Ruhe braucht.
Er ist nicht ruhelos und schlÀft auch immer sehr viel.
In die Hundeschule geht er schon ein dreiviertel Jahr (ich bin der Meinung das sie diese wechseln sollten  :thinking:)

Die zwei haben sich sehr viel aus euren Antworten rausgenommen.
Box kennt er und findet es positiv nur leider hat diese nicht so lange gehalten da kaufen sie jetzt eine stabilere.

Ehrlich gesagt glauben wir jetzt am Meisten das er wirklich Angst hat wenn sein Rudel geht.
D.h. es wird jetzt mal eine Kamera aufgestellt und beobachtet.
Das nĂ€chste ist das er sehr selten mit anderen Hunden sich richtig austoben kann da man ihm beim spazieren gehen nicht frei lassen kann und in der Hundeschule dĂŒrfen die Hunde nicht spielen (auch nicht nachher).
Im Garten fetzt er voll aber da ist er ja auch ohne Hundegesellschaft.

Wir haben jetzt bei uns in der Umgebung geschaut und da gibt es einen Hundespielplatz mit ĂŒber 3000qm den werden wir uns bald ansehen.

Vielen lieben Dank an euch alle.

Offline Petra-Hasi

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Re: Erziehungshilfe
« Antwort #21 am: 15. Dezember 2016, 23:55:39 »
Halte uns bitte am laufenden wie er sich weiterentwickelt.
WĂŒrde mich schon interessieren.
Lg Petra :103:
Mann kann in die Tiere nichts hinein prĂŒgeln,
aber mann kann manches aus ihnen heraus streicheln.
(Astrid Lindgren)