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...vom Auslasten und Überlasten

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dandy:
Ich denke eine gute Mischung macht es aus. Unsere Hunde gehen gerne ihre gewohnten Runden (von 1/2 bis 2h aber gemütlich), auch Winnie geht die 2 h am Stück. Sie chillen gerne im Garten, aber sie gehen auch gerne die langen Wanderungen mit, erleben gerne etwas Neues (Winnie dann zeitweise in der Tasche  :icon_lol:).
Was ich sagen möchte, ein Bißchen Routine (Revier kontrollieren, abstecken, neu markieren), ein Bißchen Aufgabe (Winnie bewacht das Grundstück, Troll assistiert dabei, die Oldies greifen nur ein, wenns wirklich notwendig ist (Briefträger  :shirty:) und manchmal eine ordentliche Auslastung, damit es nicht so eintönig wird, aber danach ist Ausruhen angesagt. Ich denke das kriegt jeder selbst mit, wieviel er seinem Hund zumuten kann, will, muss.

Karo:
"Wie" ist ausschlaggebend. Ein spezialisierter Arbeitshund fällt in unserer Gesellschaft auch wg. Unterforderung auf, weil z.B. die Rassewahl eine Fehleinschätzung war.

Samymaus:
Meine Samy hat ja das Chillen quasi erfunden :37: Shorty war anfangs ziemlich Duracell-mäßig unterwegs, inzwischen hat er schon gelernt, dass auch mal Pause zu sein hat. Das funktioniert zumindest zu Hause schon sehr gut. Im Büro ist das schwieriger, weil sich immer jemand findet, der den Ball wirft und somit gibt Shorty dann auch keine Ruhe und kann recht hartnäckig das Spielen einfordern. Typischer Balljunkie, das hört erst auf, wenn ich den Ball wegräume.

Ich finde, es spricht nichts dagegen, mit einem Hund wie Shorty auch etwas anspruchsvolleres zu machen. Er ist sehr intelligent, schnell und wendig und hat großen Spaß an Interaktion. Ihn könnte ich mir beim Agility gut vorstellen, Samy würde mir den Vogel zeigen, wenn ich sie in den Parcour stelle :24: Was aber nicht heißt, dass sie nicht Vollgas gibt, wenn wir mit mehreren Hunden auf die Wiese gehen.

Es kommt auf den Hund an, wieviel Action er braucht bzw. verträgt und man sollte, wie so oft im Leben, ein gesundes Mittelmaß finden.

Mimi:
Das habe ich auf FB gefunden und kann nur zustimmen:

Ab 25° C Außentemperatur trifft man immer wieder auf ein erstaunliches Naturphänomen: Die Radfahrer mit Hund. Das ganze Jahr über verstecken sie sich, aber exakt ab Hochsommer kriechen sie aus ihren Löchern. Luftig bekleidete Menschen, die sich genießerisch beim Radeln den frischen Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Denn beim zu Fuß gehen kommt man bei den Temperaturen einfach zu leicht ins Schwitzen. Das Ganze mit einem in den Regel angeleinten, im Galopp nebenher hechelnden Hund, dem die Zunge bis zum Asphalt raushängt. Bevorzugt am Halsband.
Was geht in diesen Menschen vor? Haben ihrer Ansicht nach Hunde ein anderes Temperaturempfinden? Sind das die Menschen, die ihren Hund auch im Sommer im Auto auf dem Parkplatz braten lassen? Ist das in ihren Augen Auslastung, das berühmte Auspowern um jeden Preis? Erspart das lästiges den-Hund-noch-schnell-Bewegen? Die Länge der "Gassi-Runde" durch entsprechendes Tempo einfach verkürzen?
Grundsätzlich powert man bitte einen Hund schon mal nicht aus. Einen Hund lastet man aus. Nur weil wir 10 Stunden täglich im Büro sitzen, was wider der menschlichen Natur ist, und wir dies durch feierabendliches Streßjoggen oder auf-dem-Laufband-rennen kompensieren, müssen wir diese Burn-Out-Vorbereitung doch nicht auf unseren Hund übertragen.
Ein Hund braucht 18-20 Stunden Schlaf am Tag. Möglichst nicht in Einsamkeit, denn dies ist kein erholsamer Schlaf. Und was tun dann Hunde in Freiheit, also Straßenhunde, verwilderte Hunde? Sie ziehen gemächlich von Müllhalde zu Müllhalde und rennen nicht im Hetzgalopp durch die Wälder. Und erst recht nicht bei Hitze sondern dann, wenn es abgekühlt ist. Man sieht überhaupt selten Tiere freiwillig länger als ein paar Minuten rennen, seien es wilde Tiere oder domestizierte Tiere.
Wenn Sie das Bedürfnis haben, ihren Hund bei hochsommerlichen Temperaturen "auspowern" zu müssen, dann rennen Sie bitte selber erst mal eine halbe Stunde durch die pralle Sonne. Aber mit warmer Jacke, ja?
"Ausgepowert" muss kein Hund werden. Auslasten hat nie etwas mit km/h zu tun, sondern mit Erleben, Sinne in Ruhe einsetzen, Gemeinschaft, Natur fühlen, Hund sein und Seele baumeln lassen zu tun. Alles andere ist kontraproduktiv und bewirkt durch die Produktion des Hormons Adrenalin, dass der Hund immer mehr und mehr braucht und immer hibbeliger anstatt ruhiger und ausgeglichener wird.
(Text geklaut, da toll geschrieben. Verfasser Eva Windisch,

Snoop Dogs:
100 % zustimmung

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