Autor Thema: Was ist Liebe?  (Gelesen 1935 mal)

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Offline Kascha

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Was ist Liebe?
« am: 30. Juni 2012, 01:33:41 »
Er war das Zufallsprodukt einer ausgemergelten, viel zu d├╝nnen Bauernhofkatze und eines herrenlosen Streunerkaters, irgendwo in einem kleinen Dorf, dessen Namen niemand kennt. Die Katzen auf dem Hof bekamen die Tischabf├Ąlle zu fressen - wenn etwas ├╝brig geblieben war -, ansonsten sollten sich die Katzen ihre Nahrung gef├Ąlligst selber fangen, M├Ąuse g├Ąbe es schlie├člich genug. Aber die Mutter, die laufend Junge hatte, fing nicht genug, um ihre Babies ausreichend zu versorgen und auch noch sich selbst. Und so war die arme namenlose Mutterkatze, um die sich keiner k├╝mmerte, schon verbraucht und krank, obwohl kaum 2 Jahre alt. Milch f├╝r ihre 5 Jungen hatte sie nicht genug, 3 ihrer 5 Babies verhungerten schon in den ersten paar Tagen. Der Bauer sorgte sich nicht darum, denn die Katzen brachten ihm keinen Gewinn. Waren sie krank, dann starben sie eben. Unser kleiner Kater Felix schaffte es, er ├╝berlebte und wuchs. Doch wonach er sich sehnte, ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, ein bisschen Liebe, eine streichelnde Hand, das blieb ihm versagt. Er war halt nur ein nutzloses kleines Bauernhofk├Ątzchen, und so blieb er allein mit der Mutter und der einzigen Schwester.

Eines Tages kam die Mutter von ihren Beutez├╝gen nicht mehr zur├╝ck. Der kleine Felix schrie und weinte nach seiner Mama, aber die kam nicht mehr. Ein Autofahrer, der zu schnell gefahren war, hatte sie auf der Landstra├če erfasst und sie war sofort tot. Da die verwaisten kleinen K├Ątzchen auf dem Hof, auf dem sie geboren worden waren, nichts bekamen, gingen sie auf Wanderschaft, immer auf der Suche nach Menschen, die ihnen ein Zuhause geben w├╝rden. Aber sie fanden es nicht. Zumindest hatten sie eine Futterstelle eines Katzenschutzbundes gefunden, bei der die herrenlosen Tiere gef├╝ttert wurden, so dass sie ihren schlimmsten Hunger stillen konnten und ├╝berlebten. Aber wonach sich der kleine Kater Felix sehnte, ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, ein bisschen Liebe, eine streichelnde Hand, das blieb ihm versagt. Er war halt nur ein nutzloses kleines Bauernhofk├Ątzchen, und so blieb er allein mit der einzigen Schwester.

Die beiden K├Ątzchen versuchten weiter, ein Zuhause zu finden - aber wo sie auch hinkamen, sie wurden verjagt, teils mit Geschrei, teils bewarfen sie die Menschen gar mit Steinen. Eines Tages war etwas anders. Ihr Futterplatz blieb leer, die nette alte Oma, die sie gef├╝ttert hatte, lag im Krankenhaus und konnte sie nicht mehr versorgen, Ersatz gab es nicht. Die beiden halbw├╝chsigen K├Ątzchen fanden eine andere Stelle, dort standen K├Ąfige, in denen Futter stand. Da er Angst vor allem hatte, was von Menschen kommt, ging der kleine Felix nicht hinein. Seine Schwester aber, halbblind vor Hunger, ging hinein und sa├č in der Falle, sie war gefangen. Als Menschen kamen und die K├Ąfige einsammelten, lief Felix davon. Tagelang wartete er in der N├Ąhe, wo er sie zuletzt gesehen hatte, aber sie kam nicht mehr zur├╝ck. Er lernte M├Ąuse und kranke V├Âgel zu fangen, er konnte ├╝berleben, aber wonach er sich sehnte, ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, ein bisschen Liebe, eine streichelnde Hand, das blieb ihm versagt. Er war halt nur ein nutzloses kleines Bauernhofk├Ątzchen, und so blieb er allein.

Inzwischen war aus dem kleinen K├Ątzchen ein fast erwachsener Kater geworden. Felix bekam pl├Âtzlich ganz eigenartige Gef├╝hle. Er war auf der Suche. Auf der Suche nach Katzendamen, die pl├Âtzlich so gut rochen. Aber er war nicht sehr stark, und die ganzen Kater im Umkreis mochten ihn pl├Âtzlich nicht mehr. ├ťberall wurde er von w├╝tenden Katern angegriffen, verletzt, fortgejagt. Er verstand die Welt nicht mehr. Was hatte er denn blo├č getan? Warum wollte ihn niemand? Warum durfte er nirgendwo sein? Er war allein, bis er eines Tages auf der Jagd im Wald von einem J├Ąger erschossen wurde und ├╝ber die Regenbogenbr├╝cke in ein gro├čes sch├Ânes Land kam.

Es war warm, hell und freundlich dort. Ein paar Menschen und Tiere empfingen ihn. Unser kleiner Felix hatte Angst, wollte fliehen, doch zur├╝ck ├╝ber die Br├╝cke konnte nicht mehr. Aber diese Menschen und Tiere waren anders, als die, die er bisher kennen gelernt hatte... Sie waren freundlich zu ihm und anstatt ihn zu jagen, liebten sie ihn und freuten sich, dass er da war. Es gab genug zu fressen, und er wurde von den Engeln verw├Âhnt, auch die anderen Katzen waren lieb zu ihm und sie spielten den ganzen Tag auf der gro├čen Wiese im Regenbogenreich.

Nur manchmal waren ein paar wenige dieser Tiere ein wenig melancholisch, dann wenn sie an ihre Menschen dachten, die sie zur├╝cklassen mussten in der alten Welt. Sie erz├Ąhlten wie sch├Ân es doch gewesen war, wie sehr sie ihre "Dosis" (Felix wusste nicht, dass "Dosen├Âffner" die liebevolle Bezeichnung f├╝r ihre Menschen war, die sie versorgten) geliebt hatten und wieder geliebt wurden. Diese gl├╝cklichen Katzen waren auch in dem neuen Zuhause gl├╝cklich, aber sie vermissten ihre Menschen und warteten sehnlich auf den Tag, an dem auch ihr Mensch zu ihnen ins Regenbogenreich kommen und sie endlich wieder vereint sein w├╝rden.
 
All die Katzen, Hunde, Pferde, V├Âgel, Kaninchen, und Hamster, die weniger Gl├╝ck gehabt hatten, h├Ârten ihnen zu. Sie konnten nicht genug bekommen von den Erz├Ąhlungen der gl├╝cklichen Tiere. Und unser Felix, der nie Liebe erfahren hatte, wurde sehr traurig. "Was ist Liebe?", fragte er. "Wie f├╝hlt sich das an, gestreichelt zu werden? Wie f├╝hlt es sich an, geliebt zu werden?". Der arme kleine Felix wusste es nicht.

Da kam ein gro├čer Engel auf ihn zu und fragte, ob es ihm ernst sei, wissen zu wollen, was Liebe ist. Dem kleinen Felix war es sehr ernst. Er war zwar traurig dar├╝ber, seine neuen Freunde wieder verlassen zu m├╝ssen, aber er wollte doch sooo gerne wissen, wie sich das anf├╝hlt, zu lieben und geliebt zu werden. Und so kam es, dass er zur├╝ck auf die Erde geschickt wurde.

Er bekam ein neues kleines K├Ârperchen, er war geboren in einem Haus mit freundlichen Menschen und einer gro├čen starken Katzenmama, die ihn liebevoll empfing. Sie putzte ihn und lie├č ihn trinken. Es war genug Milch f├╝r die kleinen Babies da, denn die Mutter hatte nur wenige Junge bekommen und wurde liebevoll versorgt und gen├Ąhrt. Als er 12 Wochen alt war, wurde er fort geholt. Zun├Ąchst hatte er Angst, und die Trennung von Mutter und Geschwister fiel ihm schwer. Aber bald schon merkte der kleine Felix, dass er den Platz gefunden hatte, wonach er sich so lang gesehnt hatte - ein warmes Eckchen im Haus der Menschen, eine streichelnde Hand und sehr viel Liebe. Felix war gl├╝cklich.

Doch viel zu bald kam nachts der Engel zu ihm und fragte ihn, ob er nun bereit sei, zur├╝ck ins Regenbogenreich zu gehen. Es w├╝rden noch so viele arme Katzen darauf warten, zu lernen was Liebe ist. Felix war ein bisschen traurig, aber er hatte ein sch├Ânes, wenn auch kurzes Leben gehabt, und sein Herzenswunsch war erf├╝llt. Jetzt endlich hatte auch er liebe Menschen, auf die er warten konnte, dort dr├╝ben. Er freute sich auf das Regenbogenreich, auf die Engel, die ihn verw├Âhnten und die Tiere, die ihm Freunde geworden waren.

Aber als er auf der Regenbogenbr├╝cke stand und zur├╝ckblickte auf "seine" Menschen, wurde ihm das Herz schwer. Es tat ihm so weh, zu sehen, wie sie die leere H├╝lle - seinen K├Ârper den er hatte verlassen m├╝ssen - festhielten und um ihn weinten. Sie wollten ihn nicht gehen lassen und w├╝nschten verzweifelt dass er bleiben w├╝rde, aber seine Zeit war vorbei. Er wollte ihnen sagen, dass es ihm gut geht und dass er auf sie warten w├╝rde, am Fu├če der Regenbogenbr├╝cke, doch sie h├Ârten ihn nicht.

So ging der kleine Felix zur├╝ck in das Regenbogenreich. Seine neue Aufgabe ist es, den armen ungl├╝cklichen Tieren, die nie Liebe erfahren hatten, zu erz├Ąhlen was Liebe ist und wie es sich anf├╝hlt. Er macht ihnen Hoffnung, dass auch sie das Wunder der Liebe erfahren k├Ânnen, irgendwann in einem neuen Leben.

Felix's Menschen weinten noch eine Weile um ihr verlorenes Gl├╝ck und lie├čen dann wieder ein armes, verlorenes Katzenp├Ąrchen in ihr Haus und ihr Herz. Sie machten damit zwei Katzen gl├╝cklich, die lange im Tierheim darauf gewartet hatten, endlich ein Zuhause zu bekommen. Die beiden k├Ânnen Felix nicht ersetzen, aber sie bringen das Lachen und die Freude in ihr Leben zur├╝ck. Und Felix werden diese Menschen wiedersehen, irgendwann und irgendwo, denn die wahre Liebe im Herzen ist das Einzige was wir mitnehmen d├╝rfen, wenn unsere Zeit gekommen ist. Und sie ist ein Band, das uns f├╝r immer mit unseren Liebsten verbindet und das nie mehr zerrei├čt.


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Wer Tiere qu├Ąlt, ist unbeseelt und Gottes guter Geist ihm fehlt, mag noch so vornehm drein er schau'n, man sollte niemals ihm vertrau'n. (Johann Wolfgang von Goethe)

Offline Giovanna

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Was ist Liebe?
« Antwort #1 am: 04. Juli 2012, 20:41:44 »
oida Fux, jetzt hab ich da echt geschluchzt.. Hab an Gino und Ajca und Marco und Sogno denken m├╝ssen.. Mannohmann!
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!
(Lakota)

Offline Tirolerin

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Was ist Liebe?
« Antwort #2 am: 04. Juli 2012, 21:28:39 »
Oh wie traurig ist das denn???

Erinnert mich an meinen kleinen geretetten Kater aus Sizilien. Er war allein in einem Karton hinter dem Restaurant in dem wir essen waren und miaute ununterbrochen, stundenlang. Er war noch ganz klein und ohne Mama. 200g eine Hand voll Kater mit blauen Augen, anliegenden Ohren, vielen Fl├Âhen und b├Ąren Hunger. Er konnte nicht mal selbstst├Ąndig Harn und Kot absetzten. Der TA in Sizilien sagte er kann nichts machen, er ist zu klein f├╝r alles (entwurmen, entflohen, impfen - nichts kann er machen) und seine Chancen sind sehr gering! Aber wir haben ihn durchgebracht und nach ├ľsterreich geschmuggelt. Jetzt lebt er bei meiner Mama und ist ├╝berall Zuhause. Geht bei den Nachbarn aus und ein, ben├╝tzt das fremde Katzenklo und frisst gern das fremde Futter  :D Jeder kennt den sizilianischen Streuner und mag ihn. Er ist ein selbstbewusstes Kerlchen geworden mit einer sehr seltenen Fellzeichnung. Bin ich froh, dass er durchgekommen ist und jetzt ein tolles Katzenleben f├╝hren kann. Anstatt alleine in einem kleinen Karton zu verhungern....

fini

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Was ist Liebe?
« Antwort #3 am: 04. Juli 2012, 21:47:42 »
Ach wir traurig und wie wahr. Ich f├╝ttere ja eine ganze Gruppe Streunerkatzen vor meinem Haus und alle sind sie hungrig, mickrig, scheu, krank, auf einmal da gewesen und es ist sehr sch├Ân zu sehen, wie sie langsam Vertrauen bekommen, auch wenn sich nicht alle streicheln lassen, aber sie wissen, dass sie von mir ihr Futter bekommen und warten schon und werden sch├Âner und gl├╝cklicher mit jedem Tag.
Ich kann nur allen weiter empfehlen: Sich um weggeworfene Streunerkatzen zu k├╝mmern ist sch├Ân und man bekommt viel Dankbarkeit und Liebe von ihnen und manche ach so scheue Katzen beschlie├čen dann sogar, in unser Haus einzuziehen!  :katze:

Offline Samabla

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Was ist Liebe?
« Antwort #4 am: 05. Juli 2012, 07:07:50 »
Ich heul gerade wie ein ......!
Es geht einem wirklich sehr nahe!Wieviele Streunerkatzen durchleben in diesem Moment das selbe Schicksal?